gespliesste hat geschrieben: Eine 45cm Forelle die in einem Fluss in Deutschland aufgewachsen ist, ist für mich nach wie vor ein absoluter Ausnahmefisch (gemessen mit dem Maßband).
Diese Prahlerei und die damit verbundene Erwartungshaltung liegt mir gar nicht.
Ein "Ausnahmefisch" ist eine 45cm Forelle allemal, lieber Olaf,
aber sie kommen in unseren Fließgewässern sehr regelmäßig vor (das hat nichts mit Prahlerei zu tun). Ich erinnere an ein E-Fischen (gemeinsam mit der NABU Regionalgruppe Wittgenstein) an einem Seitenbach (Laichbach) meines Privatgewässers vor drei Jahren. Ich mache einen großen Schritt und der Mini-Mini-Bach fließt zwischen meinen Beinen durch. Dort sollte auf ca. 120m der relativ gerade Verlauf des Gewässers durch massiven Totholzeintrag verändert werden und vor den Baumaßnahmen sollte der Fischbestand entnommen und weiter unterhalb wieder eingesetzt werden. Wir fingen 128 (!) wilde Bachforellen, darunter allein drei Stück zwischen 45 und 52cm - hätte mir das jemand gesagt, ich hätte es nicht geglaubt.
Das Gejammer über die "soeben verlorene 50+ Forelle" kenne ich, doch ich muss betonen, dass ich wirklich glaubwürdige Fliegenfischer kenne (hallo Peter, hallo Hardy

). Untereinander verständigen wir uns regelmäßig über den Standort wirklich kapitaler Fische. Wir kennen uns schon jahrelang und wenn einer von ihnen einen großen Fisch aufgrund meiner Empfehlung fängt, dann freue ich mich. Im umgekehrten Fall wird das ähnlich gesehen.
Klaus hat das Phänomen kapitaler und sehr scheuer Forellen beschrieben und ich teile seine Meinung. Vermutlich liegt es u.a. an unseren klassischen Fliegenmustern, denn mit ihnen lockt man selten eine räuberisch lebende Gumpenbewohnerin hinter'm Ofen vor. Da ich schon komplette Mäuse und komplette Frösche im Magen großer Forellen gefunden habe, liegt ein kleiner Mausstreamer in der Fliegenbox. Wenn ich so etwas anbinde und im "Indianerstyle" am Wildbach unterwegs bin, ist das meist sehr effektiv, doch ist das noch Fliegenfischen?
Schlimmer wäre es für mich nur, wenn ich mich während meines Schaffens noch von zwei Leuten filmen lasse würde, wenn z.B. neben mir jemand mit dem Kescher steht und wartet, dass ich den Fisch endlich müde gedrillt habe, das erschöpfte Tier minutenlang in die Kamera halte und den Fisch wieder schwimmen lasse. Das hat für mich nichts mit Fliegenfischen zu tun.
Liebe Grüße,
Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."