Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Magallan

Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Magallan »

Jan

Da haben sich unsere posts gerade überschnitten, schade

Jan schrieb:
Damit schalte ich mich jetzt aus dieser dilettantischen Diskussion aus und verschwende meine Zeit nicht mehr. Wenn der geneigte Leser mehr über das Fliegenfischen in der Mongolei von Insidern erfahren möchte, werde ich der geschätzten Redaktion sehr gerne neue und exklusvie Artikel und Bilddokumentationen zur Beurteilung vorlegen....
Schade das du nicht auch andere Erfahrungen gelten lässt, gerne hätte ich mit Dir weiterdiskutiert!


Gruss Heiko
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Rattensack
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Rattensack »

Hallo Jan,

Ich spreche sicher nicht einem traditionell lebenden Nomaden irgend eine Art von Ethik ab, ganz im Gegenteil, die sind uns in Sachen Ethik wohl oft weit voraus.
Meines Wissens haben die Mongolen in manchen Gegenden immer gefischt und Fisch gegessen - etwa im Darhat-Becken - in anderen aber nicht. Du weisst dazu sicher weit mehr.

Auch von der mythischen Bedeutung des Taimen hab ich natürlich gehört. Offensichtlich werden aber die alten Tabus nicht nur von den Stadtnomanden, sondern neuerdings auch von den traditioneller lebenden Nomaden immer weniger geachtet. Gerne schicke ich Dir Fotos von Mongolen - Erwachsenen und Kindern, auch aus abgelegenen Gebieten - die nicht nur reihenweise 20cm Äschen und Lenoks abschlagen, sondern auch 50 cm Taimen töten. Ich denke schon dass das Prinzip, keine Baby-Taimen zu töten, auch auf die Gewässer in der Mongolei zu übertragen ist.
Heute steht doch auf jeder zweiten Brücke einer und versucht die letzten paar Fische rauszuholen.
Dass in den abgelegenen Gebieten noch Fischbestände vorkommen wie eh und jeh, will ich keinesfalls bestreiten.
Aber ich habe selbst in der kurzen Zeitspanne seit 2005 einen dramatischen Rückgang von Fischbeständen erlebt. 2005 war z.B. der Chuluut noch voll mit großen Taimen, Äschen und Lenok. Könnte mir gut vorstellen dass er der beste Taimenfluss der Mongolei war. Heute gibts auch in den wirklich abgelegenen Abschnitten dieses Flusses nur mehr wenige. Da sind die ausländischen Fischergäste nicht primär Schuld daran, sondern eine komplexere Entwicklung.
Wenn du dies abstreitest oder auf wenige Stadtnahe Gebiete reduzierst, so würde das von einem kommerziellen Interesse und dementsprechend einseitiger Darstellung zeugen. Oder du kennst das riesige Gebiet zwischen Ulaanbaatar und dem Khuvsgul-Aimag aus den letzen Jahren nicht mehr, sondern nur die Flüsse weiter im Norden, wo die Entwicklung zum Glück noch nicht so weit fortgeschritten ist?

Klar lässt sich in den verbliebenen Gewässern mit intakten Beständen eine sehr gute Taimenfischerei aufrecht erhalten, die nicht nur für Fischergäste attraktiv, sondern wenn man es gut macht auch nachhaltig sein kann.
Über das gesamte riesige Land betrachtet muss bzw. kann man dennoch von einem ökologischen Desaster sprechen, wenn eine Art de facto aus ganzen Landstrichen verschwindet.

Der angekündigte Beitrag über die Entwicklung der Taimenfischerei fänden viele hier SEHR interessant!!

Clemens
Zuletzt geändert von Rattensack am 23.10.2011, 11:43, insgesamt 1-mal geändert.
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AlexWo

Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von AlexWo »

@Heiko: ich stimme Dir 100% zu

@Jan: wenn man am Tourismus eher wenig verdient, frage ich Dich, ob es Dir dann nicht zu schade um die Bären ist, deren Abschuß Du verkaufen möchtest?

Vielleicht liest Jan ja wenigstens noch mit?!

LG

Alex
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Rattensack
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Rattensack »

Hallo Alex,

bist du generell gegen Jagd?
Ich weiss zu wenig über den Bärenbestand in der Mongolei.
Angenommen er würde zunehmen - ich fänds voll OK Abschüsse an Ausländer zu verkaufen.
Ist natürlich spekulativ.

Clemens
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AlexWo

Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von AlexWo »

Rattensack hat geschrieben:Hallo Alex,

bist du generell gegen Jagd?
Ich weiss zu wenig über den Bärenbestand in der Mongolei.
Angenommen er würde zunehmen - ich fänds voll OK Abschüsse an Ausländer zu verkaufen.
Ist natürlich spekulativ.

Clemens
Servus Clemens,

nein ich bin nicht generell gegen die Jagd. Ich weiß auch nichts über die Bärenbestände in der Mongolei oder in Russland. Ich glaube aber nicht, dass sich einer der betuchten "Bärenjäger" darüber Gedanken macht. Denke eher, der zückt nur die MasterCard und drückt ab! Wenn der Bär in der Mongolei zu Plage würde, so wie es scheinbar der Taimen war, wäre ich auch dafür Abschüße an Ausländer zu verkaufen. Wofür ich allerdings nicht bin ist, Wenn Ausländer, Abschüße an Ausländer verkaufen.

Gruss

Alex
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Dietmar0671 »

Jan,

Nun, ich habe mich an beiden Threads beteiligt und gehöre zu denen, die in der Mongolei gefischt haben, an Chuluut, Ider und Selenge sowie Delgermurun. Ich kann Deine Feststellungen nicht umfassend bestätigen. Mehr möchte ich in diesem Zusammenhang auch nicht mehr schreiben, Clemens hat dies bereits besser getan als ich es könnte.

Was für mich traurig ist, dass ein so absoluter Kenner der Mongolei, die Tatsachen ignorieren will. Das o.g. Flüsse im Norden der Mongolei liegen brauche ich Dir nicht erklären.

Viele Grüße

Dietmar
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Jan Haman
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Jan Haman »

Hallo Clemens,

- ich lese noch mit. Bin vom Fluss und vom Fliegenfischen zurück. Danke für Deinen guten und objektiven Beitrag.

Deine Beobachtungen in großen Teilen der Mongolei kann ich genau so teilen. Die Entwicklung in den letzten Jahren an vielen Flüssen ist allgemein nicht gut. Wie Du richtig sagst, gibt es in einigen der besten Flüsse, die leicht zugänglich sind, heute kaum noch große Taimen.
Wir haben die große Befürchtung für die Zukunft, dass irgendwann eine Strasse in den Nord-Westen gebaut wird. Das wäre das Ende und ich würde dieses geliebte Land dann vermutlich verlassen wollen. An den Khovsgol See im Norden wurde jetzt eine einfache Strasse fertiggestellt, weil diese Region für Touristen so interessant ist. Viele sind deswegen aufgebracht, auch Einheimische.

Aber auch an den noch völlig intakten Flüssen im unzugänglichen Norden beobachten wir und die einheimischen Angler und Jäger einen leichten Rückgang der Taimen, junge und alte, über die letzten ungefähr 25 Jahre, obwohl alle Fische zurückgesetzt werden. Dafür nehmen die Lenok Bestände deutlich zu. Wir haben keine sichtbare Erklärung dafür, die Flüsse sind voller Äschen und ausreichend Nahrung. Es kann mit dem allgmeinen Klimawandel zu tun haben. Vielleicht mit der Invasion der großen schwarzen Kormorane. Diese massenhaften Vögel sehen den Taimen als Konkurrenten und verhalten sich sehr aggressiv und versuchen ihn im Pool zu verdrängen. Einige große Taimen tragen Schnabel-Verletzungen. Wir dezimieren die Kormorane natürlich massiv, stehen dort nicht unter Naturschutz, sondern sind Jagdwild. Beim Zurücksetzen der Fische bin ich aber immer wieder aufs Neue von der Robustheit und der Lebenskraft der Fische überrascht. Sie scheinen nichts übel zu nehmen und stecken unglaublich viel weg. Ich meine zu tief geschluckte Fliegen, langer Drill. Ich schlage nur stärker verletzte Äschen und Forellen ab und verwende sie lieber für die Küche. Diese Stärke und Widerstandskraft (die längste Zeit des Jahres sind die Flüsse zugefroren) kann man mit unseren heimischen Fischen gar nicht vergleichen. Mit dem Lebenswillen des Atlantischen Lachses vielleicht.

In der Mongolei biete ich keine Bärenjagd für traditionelle Jäger an, obwohl der Braunbär dort natürlich auch Jagdwild mit staatlichen Quoten ist. Aber diese Jagd ist viel zu aufwendig und zeitraubend und ich nütze die kurze Zeit im Herbst lieber zum Führen von Angelgästen. Ich möchte auch das Taimen Angeln in der Mongolei nicht mit der Jagd verbinden. Viele Sportangler stehen selbst der bodenständigen und traditionellen Jagd kritisch gegenüber und deshalb lasse ich das lieber. Was ich nach meiner Arbeit in der restlichen Freizeit mache, ist meine private Sache. In Nordamerika und Sibirien jage ich seit über 30 Jahren nur mit dem Langbogen.
Angebundene Zirkusbären gibt es in diesen Wildnisgebieten nirgends, die auf Texaner warten würden, bis mit der Kreditkarte abgedrückt wird.

Die Bärenbestände und auch die Population der Wölfe nehmen überall auf der Nordhalbkugel stark zu, auch in Ost-Europa und in den letzten etwa 15 Jahren sogar dramatisch. Das hat viele Gründe und ich möchte das an anderer Stelle besprechen, wenn es jemanden interessiert.
Am Shishkid haben wir so viele Bären, dass ich für die Sicherheit der Angelgäste jetzt immer meine großkalibrige Doppelbüchse trage. Kurz gezurrt auf dem Rücken und griffbereit, auch beim Fliegenfischen.
Der Bär und der Wolf schlagen natürlich auch Rehwild und Großwild in der Nord-Mongolei, aber scheinen sich in der Hauptsache von den meist frei herumziehenden Herden der Nomaden zu ernähren. Die Mongolen haben kein Problem damit. Im Gegenteil, es wird immer noch als Auszeichnung und eine Ehre angesehen, wenn der mächtige Braunbär oder der freie Wolf, das Sinnbild des Jägers, sich an der eigenen Herde bedient und gute Stücke aussucht. Wirklich, das ist ein Glückszeichen, dafür teilt man gern mit ihm. Bei uns wird selbst ein ausgewilderter, verzweifelter Jungbär Bruno erschossen, weil er sich aus Hunger an ein paar Schafen vergreift, die fast nichts kosten. Keinen Sinn zum Teilen. Er hätte sich wohl besser benehmen sollen oder in die Schweiz rüberwandern und dort nach Schokolade suchen.
In der Mongolei wird Raubwild natürlich von Einheimischen bejagt, aber viel zu wenig wie überall in Bärenländern (Bärenfleisch wird wegen Trichinen-Gefahr kaum gegessen und das Fell und Zähne und Krallen sind den gefährlichen Einsatz wohl doch nicht Wert) und oft mit viel zu schwachen, ungeeigneten Jagdwaffen. Es gibt daher regelmässig Unfälle und ich habe einige furchtbare Verletzungen unter den Einheimischen Jägern gesehen. Diese typischen Verletzungen und Verstümmelungen aus überlebten Bärenangriffen kenne ich aus Alaska und sie haben meist die gleichen Ursachen....

Nochmals Danke für Deinen objektiven Beitrag zu Jagd und Taimen-Flüsse in der Mongolei, kommt bald viel mehr hierzu....

Einen schönen Herbst-Sonntag,

Jan
Zuletzt geändert von Jan Haman am 24.10.2011, 01:21, insgesamt 6-mal geändert.
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Jan Haman
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Jan Haman »

Dietmar0671 hat geschrieben:Jan,

Nun, ich habe mich an beiden Threads beteiligt und gehöre zu denen, die in der Mongolei gefischt haben, an Chuluut, Ider und Selenge sowie Delgermurun. Ich kann Deine Feststellungen nicht umfassend bestätigen. Mehr möchte ich in diesem Zusammenhang auch nicht mehr schreiben, Clemens hat dies bereits besser getan als ich es könnte.

Was für mich traurig ist, dass ein so absoluter Kenner der Mongolei, die Tatsachen ignorieren will. Das o.g. Flüsse im Norden der Mongolei liegen brauche ich Dir nicht erklären.

Viele Grüße

Dietmar


Hallo Dietmar,

vielen Dank für Deinen Beitrag eines erfahrenen Veteranen, der die Flüsse im Norden kennt !

Deine Beobachtung und die Beobachtungen des Clemens sind vollkommen richtig und ich kann das so auch bestätigen.
Diese Entwicklung zu ignorieren, wäre völlig überheblich und gelogen, für die Zukunft und die notwendigen Massnahmen sogar fahrlässig und unverantwortlich. Aus den Fehlern und Versäumnissen der Vergangenheit muß man selbstverständlich lernen und tut das auch. Auch die Regierung in der Mongolei hat viel dazugelernt. Es wird mit den ausgesuchten und länger bekannten Tour-Veranstaltern und Sportanglern im Land enger zusammengearbeitet, neue Lizenzen werden kaum noch ausgegeben.

Wir haben jetzt auch einen staatlichen Kommissar in der Nähe und per Satelit-Telefon abrufbar, wenn wir bei Übergriffen größere Hilfe von der Regierung anfordern möchten. Berittene Wildhüter sind in der Sommer-Saison ständig unterwegs, aber die Flüsse und die Reviere sind sehr lang. An einigen unseren Camps haben die staatlichen Grenz -und Wildschützer einen festen Stützpunkt mit freier Übernachtung und Verpflegung natürlich, Munition für die Kormorane umsonst, auch "Kopfprämien" auf jeden Vogel, wenn ich das so sagen darf. Abends sind wir im Gemeinschaftsraum der Lodge oft zusammen, - einheimische Mitarbeiter, Führer, Wildhüter, Angelgäste, Nomaden aus der Nachbarschaft. Erzählen und singen mongolische und tschechische Volkslieder und trinken dabei schon auch etwas....

Am Delger Moron haben wir erst dieses Jahr den besten Flussabschnitt gepachtet. Ich nehme deshalb an, dass Du nicht mit uns in der Mongolei warst. Dort mußt Du jetzt aufpassen, da seit diesem Jahr das Angeln, auch das Fliegenfischen von Booten und Flössen in der Mongolei verboten sind. Neue Reglementierung. Nicht dass das besonders sinnvoll wäre, aber man möchte den amerikanischen Stil des Fischens in der Mongolei eher nicht haben. Dazu muß ich auch sagen, dass viele Vorschriften auch eingeführt werden, um über die erwarteten Verstösse weitere Einnahmen zu erhalten.
Am Shishkid, Ur und Selenge, sowie an weiteren Flüssen, haben wir seit über 20 Jahren die allerbesten Flussabschnitte rechtzeitig und als die Ersten im Land pachten können. Das kannst Du mir wirklich glauben. Deshalb erlaube ich mir die Vermutung, dass Du noch nicht an den guten Strecken der Flüsse geangelt hast. Für die von Haus aus minderwertigeren Flussabschnitte, aber auch zu der allgemeinen Entwicklung, sind Deine Beobachtungen jedoch richtig. Dagegen wird aber auch viel unternommen und mit Engagement.
Am Ur zum Beispiel betreiben die Amerikaner schon seit vielen Jahren ihr Jurten-Camp. Allerdings an einem viel weniger wertvollen Flussabschnitt, wo auch die Pacht günstiger ist. - Das ist bitte keine Verleumdung von Mitbewerbern. Ich versuche nur Deinen Beitrag offen darzulegen und zu begründen. Aber ich möchte hier doch sagen, weil es einfach eine Tatsache ist, dass diese Mitbewerber wiederholt mit ihren Jetboats in unsere gepachteten Reviere eindringen und dort mit Angelgästen fischen, ohne uns vorher um Erlaubnis zu fragen. Den Kollegen würden wir sonst aushelfen, wenn nötig. Auch gute nachbarschaftliche Verhältnisse und Zusammenarbeit sind wichtig. Aber offene Wilderei ist nicht gut und verärgert. Die Angelgäste können nichts dafür. Die haben teures Geld und doppelt soviel für ihre Tour bezahlt, wie mit Einheimischen oder bescheidenen und bodenständigen Lodges und Tourbetreibern.
Mir gehen auch die lauten Jetboats auf die Nerven, die an unseren langen Flußabschnitten hinaufdüsen. Dass ich noch keine Löcher in die Bootswände geschossen habe, liegt nur daran, dass die amerikanischen Angelgäste und Fliegenfischer nichts dafür können, das sind sicher anständige Leute, wie fast alle Sportsmänner....

Nichts für ungut, einen schönen Sonntag, danke für die offenen Worte,

Jan
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Jan Haman
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Jan Haman »

AlexWo hat geschrieben:Dass es mit der Fischereiethik der Angeltouristen auch nicht zum Besten steht, sieht man, wenn manche deutschsprachigen Fischer in Gebiete kommen, wo sie glauben hemmungslos Fleisch machen zu können und in eine Art Blutrausch verfallen (z.B. Meerangel in Norwegen, Hecht in Irland, etc.). Aber zumindest zu Hause funktionierts doch weit besser als anderswo. Eine Bevölkerungsdichte wie in Mitteleuropa in Kombination mit der hiesigen Fischdichte wär in vielen Gesellschaften einfach nicht möglich.

Clemens

@clemens: ist in unserer Gesellschaft oft aber nur deshalb möglich, weil genug Geld da ist, ständig zu besetzen!

Ich würde jedenfalls nie mit einem Reiseveranstalter irgendwo hinfahren, der mir noch nen Bärenabschuß verkaufen möchte!!!!! Entschuldigung, ich finde das einfach nur peinlich!

Besser einfach selbst recherchieren, vielleicht eine Sprache lernen, etwas sparen (fällt ohne Bärenabschuß nicht schwer) und dann los![/quote]



Hallo Alex,

- ich fürchte ich habe Deine Anspielung mit dem "Bärenabschuss" erst jetzt verstanden. War heute beim Fliegenfischen, um am Wasser den Kopf etwas freizukriegen und habe wieder nachgedacht.

Vermutlich denkst Du dabei an meine Angel -und Wildnistouren Alaska und Ostsibirien-Kamtschatka. Das Angebot einer Großwildjagd für den Herbst werde ich von meiner website demnächst lieber wieder herunternehmen. Viele deutsche Angler sind zwar gleichzeitig auch Jäger, aber die beste Saison zur Elchjagd im Herbst, und die Sommersaison zum Fliegenfischen überschneiden sich nur geringfügig. Wenn man beides wirklich gut machen will, dann muß man es ohnehin trennen und ich spezialisiere mich auf Fliegenfischer und da in erster Linie auf die Nord-Mongolei, weil es einfach eines der besten Reviere ist.

Wenn ich sehe, welche Vorstellungen über die Bärenjagd in der Wildnis in vielen Köpfen herumgeistern, dann mag das Angebot eine Wildnis-Jagdtour zu organisieren, bei manchen Fliegenfischern wirklich unangebracht wirken. Dazu müßte ich meine eigenen Touren und den enormen Aufwand der dazu gehört, in guten Berichten beschreiben und das natürlich an anderer Stelle, damit traditionelle Jagd richtig rüberkommt und wenigstens mit Verständnis aufgenommen wird.
Die Bogenjagd mit Einheimischen im Hinterland geniesse ich lieber nur für mich und in der Freizeit. Der Zeitaufwand ist wirklich viel zu groß und es soll bestimmt nicht der Eindruck entstehen, ich wollte jemandem einen Bären "verkaufen" oder aufbinden oder so etwas unsinniges.

- Wenn Du mich also am Fluss im Norden der Mongolei mit einer schweren Doppelbüchse auf dem Rücken siehst, dann ist das wirklich nur zum Schutz unserer Fliegenfischer in der Wildnis. Es gibt auch alte furchtlose Bären dort und die sind die Chefs am Fluss. Sie sind die wahren Herren der Wildnis und Gott sei Dank gibt es diese Naturlandschaften noch....

Danke für den Hinweis, beste Grüße,

Jan
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Dietmar0671
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Dietmar0671 »

Hallo Jan,

danke für Deine Richtigstellung.

Ich wünsche mir, dass die von Dir genannten Massnahmen greifen und ein bewußteres "Bewirtschaften" der Gewässer in der Mongolei zum Erfolg führen.

Zu Vieles ist in der Vergangenheit versäumt worden, bzw. die Entwicklung war einfach zu schnell.

...als ich 2007 in der Mongolei war da funktionierte dort, d.h. im Camp und Umgebung, kein Handy, nur Satelitentelefon. Strom via Überlandkabel gab es auch nicht. Wenn Strom dann mit Generator. Das Meiste mußte aus den Städten oder weiter heran gebracht werden.

Ich fand das damals als befreiend, wohltuend der hektischen, vor Handygeklingel bestehenden Normalität daheim ausweichen zu können.

Einfach das Ist und die Landschaft auf mich einwirken zu lassen, im Rhythmus der Sonne lebend.

Wie man mir dieses Jahr erzählte klingeln die Handy's dort jetzt auch in der Steppe, und der Strom kommt via Kabel. Na ja, das dies passieren würde war mir schon klar nachdem ich die Satelitenschüsseln neben den Ger der Mongolen hab stehen sehen.

Nachmals vielen Dank für Deine kompetenten Ausführungen Jan.

Viele Grüße

Dietmar
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Hardy

off topic

Beitrag von Hardy »

Dietmar0671 hat geschrieben:...

Ich fand das damals als befreiend, wohltuend der hektischen, vor Handygeklingel bestehenden Normalität daheim ausweichen zu können.

Einfach das Ist und die Landschaft auf mich einwirken zu lassen, im Rhythmus der Sonne lebend.

Wie man mir dieses Jahr erzählte klingeln die Handy's dort jetzt auch in der Steppe, und der Strom kommt via Kabel. Na ja, das dies passieren würde war mir schon klar nachdem ich die Satelitenschüsseln neben den Ger der Mongolen hab stehen sehen.

...

Dietmar
moin moin

Eine etwas kolonialistische Sichtweise, will mir dünken!

Sollen die Mongolen auf die "Segnungen" der Zivilisation verzichten, nur weil wir Handyklingelton-geplagten Mitteleuropäer einen Anspruch auf Ruhe und Ungestörtheit in deren Hoheitsgebiet zu haben glauben? Die Frage darf man sicherlich auch auf jede andere bisher noch nicht total erschlossene Region übertragen.

WIR machen jeden neuen Hype um Eierphone und Konsorten mit, haben selbstverständlich den neuesten 60"-Flachbildschirm in unserem mit hohem Energieeinsatz klimatisierten Wohnraum stehen, verbraten mal eben Unmengen an Sprit um zu entlegenen Destinationen zu gelangen, nur um dort ungestört unserem Hobby nachgehen zu können.

Das alles soll nun z.B. den Mongolen (o.a.) nicht zugestanden werden! Wir wollen ja in den vier Wochen, die wir uns mühsam von unserer kostbaren Zeit abgeknapst haben, Urtümlichkeit und echte Folklore erleben. Da korrelieren handynutzende und TV-schauende Aborigines nicht mit unserem Weltbild.

Zivilisationsbedingtes Ambivalenzverhalten, sagt man mir gerade hier in der Selbsthilfegruppe "Ausatmen für den Weltfrieden". Na denn...

Groetjes
Hardy
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Rattensack »

Servus Hardy,

du hast natürlich Recht. Danke für deinen sehr pointierten Beitrag!

Die Frage sollte natürlich weniger sein, ob sich jemand dadurch gestört fühlt, sondern ob der so genannte Fortschritt wirklich ein solcher ist - gemessen in Lebensqualität der Bevölkerung, nachhaltigem Wirtschaften, Erhalt der Biodiversität etc. etc.
Zu berücksichtigen sind Werte wie der Verlust von Traditionen, der Identität von indigenen Völkern (vgl. die Problem von Völkern, die ihre Traditionen, Sprache etc. verloren haben; Selbstmordrate, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit etc. etc.) und ob bzw. wie diese Werte mit einem wirtschaftlichen Fortschritt vereinbar sind. Ist eh weltweit das selbe Spiel ..

Clemens
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Dietmar0671 »

@Hardy,

versuche bitte nichts in meine Aussage, wie sie von mir formuliert wurde, hinein zu interpretieren was nicht ist.

Kurzum habe ich es damals genossen ungestört zu sein, und ich rede nur von mir.

Wo liest Du da ein Verbot des Fortschritts den Du hinein interpretierst.

Ich gab eine Situation wieder mit dem Wehmutstropfen, dass sich dies ändern wird.

Deine Interpretation ist schlichtweg falsch...in der Weise wie Du sie dar legst denke ich nicht...tust Du das? Oder unterstellst Du dies nur den Anderen?

Und die "Auswirkungen" des Fortschrittes hat Clemens bestens beschrieben.

Warst Du schon mal in der Mongolei, hast teils die "Monokultur" der Kaschmirziegen in der Mongolei gesehen? Weil der Fortschritt den Bedarf an Kaschmir zu den Mongolen brachte.

http://blog.mongol-tour.de/verwuesten-k ... -mongolei/

Nur ein Beispiel wie sich der genannte Fortschritt auswirkt. Ich werde einen Teufel tun hierzu ein Wertung abzugeben...ich nenne nur Tatsachen.

Ich habe es gesehen, genauso wie die Menschen, die in Ulan Baator aus der Kanalisation stiegen, weil sie durch den Zud 2005 ihre gesamten Herden verloren haben und gezwungen waren in die Stadt zu ziehen. Über 2,4 Mio. verhungerte bzw. erfrorene Tiere, die ihre Besitzer mittellos zurückließen.

Oder auch die verkoteten Ufer der Flüsse durch diese intensive Viehzucht, diese um des Fortschrittwillens zu exportieren. Das Wasser einiger Flüsse Würde ich nicht mehr ohne Abkochen trinken wollen.

Aber Hardy, wie Du schon schriebst. Die genannten Szenarien sind ähnlich austauschbar....mit der Begründung "Fortschritt"

Die sozialen Strukturen werden durch den "Fortschritt" eliminiert. Und die Mongolen als Nomaden überleben in ihren sozialen Strukturen, ihren Familien. Ich hoffe sie schaffen es ihre Tradition und den Fortschritt in Einklang zu bringen. Nur fürchte ich, dass das fast unmöglich ist...wie sich so oft gezeigt hat. Leider.

Hardy verstehe mich bitte nicht falsch, ich weiß, dass der Fortschritt nicht aufhaltbar ist. Und ich will, kann und werde ihn nicht aufhalten. Auch will ich niemanden angreifen. Ich schreibe nur die Tatsachen, die ich in der Mongolei erlebt hatte.

Aber ist es falsch, mit vorgenanntem Wissen, den Moment zu geniessen in dem es noch fast ursprünglich ist/war? Oder den Moment zu genießen in dem ich mit einem mir völlig unbekannten Mongolen, der mit seinem zotteligen Pferd zu mir geritten kam, von irgendwo her, auf einem abgestorbenen Baumstamm sitzend und gemeinsam Zigaretten rauchend, uns mit Händen und Füssen versucht haben gegenseitig verständlich zu machen...und beim Abschied uns zuwinkten?

Viele Grüße

Dietmar
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Jan Haman »

Am Hauspool Camp Tengis, Fluss Shishkid - September 2007
Am Hauspool Camp Tengis, Fluss Shishkid - September 2007
foto3 John with HARDY double-hander, River Shishkid - Tengis 2007.jpg (188.96 KiB) 2677 mal betrachtet
Hallo Dietmar,

würde Dir gerne eine Nachricht mitteilen, die Dich bestimmt auch freuen wird.
In unseren Wildnis-Camps im Norden haben wir bis heute überall nur einen kleinen Diesel-Generator, der für ein paar Stunden am Abend angeworfen wird, wenn wir im Gemeinschaftsraum zusammensitzen und zum Aufladen der Akkus für Fotoapparate, wenn das ein Angelgast braucht (ich fotografiere lieber immer noch auf Diafilm). Sonst kein Strom, kein Telefon, keine Mobiltelefon-Netze. Das nächste Dorf ist 80 km entfernt. Die ganze Einrichtung und Ausstattung unserer Blockhütten-Lager (schwere Heizofen, Boiler, Duschen, Küche) wurde mit Kamel-Karawenen über die Jahre hinweg herbeigeschafft.
Die Sonnenaufgänge im Hochland sind fantastisch. Wirklich atemberaubende Berge und Flüsse ringsum, Du würdest sicher nichts vermissen aus Deiner vertrauten Welt Zuhause, so wie ich auch nicht. Deshalb suchen wir doch solche Orte, auch zum Sportangeln. Anfang November bringe ich Dir und den geneigten Lesern hier neue Bilder und den versprochenen Beitrag, der Dich bestimmt an Deine Zeit im Norden der Mongolei erinnern wird.

Aber selbst die Nomaden in der Nachbarschaft haben schon seit etwa 7 bis 8 Jahren leichte Sonnenkollektoren (sehr günstig von Händlern aus China) und Satelitenschüsseln, mit denen sie in der Jurte die Weltnachrichten verfolgen können. Es sieht lustig aus, wenn sie die Panele und Schüsseln mit dem übrigen Hausrat auf die Kamele laden und umziehen (z.B. an die Winterquartiere oder Sommerweiden).
Diese landverbundenen Leute haben einen gesunden Menschenverstand, sind sehr gut informiert, und eine Stromleitung oder Strassen will dort niemand haben. Die Pferde sind auch viel bessere und robustere Fortbewegungsmittel und brauchen keinen teuren Sprit aus den Städten und Siedlungen, sondern können sich fast von selbst versorgen. Man legt viel Wert auf freie, unabhängige Lebensweise und Selbstversorgung.

Im Herbst 2007 hatten wir im Camp Tengis den Mongolischen Ministerpräsidenten für 1 Woche zu Gast. Ganz kurzfristig angemeldet auf Wahlkampagne in den Nord-Provinzen und wir haben ihn und seinen 20-köpfigen Tross (Toyota Geländewagen) bewirtet und freie Unterkunft gewährt. Einfache gute Leute. Saß mir jeden Morgen beim Frühstück gegenüber und wir haben uns unterhalten. Er hat den Einheimischen der Provinz eine bessere Erschliessung und Anschluss an Stromleitungen angeboten und versprochen. War damit nicht sehr erfolgreich, hat niemanden besonders interessiert und bis jetzt ist aus dem Vorhaben auch nichts geworden, braucht dort kein Mensch....

Der hatte aber Kameraleute vom Staatsfernsehen dabei. Das war gut. Haben mich am Morgen am Pool gedreht mit der Zweihandrute, der Herr Staatsmann und die ganze Party auf dem Hügel am Ufer versammelt als Zuschauer. Konnte zum Glück gleich zwei hübsche Lenok und sogar einen anständigen Baby-Taimen landen und sorgsam wieder zurücksetzen. Die Aussage dieses echten Mongolen und Patrioten dazu kam danach mit den Aufnahmen im Staatsfernsehen :

-"Wenn die Europäischen Gäste mit ihren langen Ruten im Fluss angeln, dann ist das wie ein Tanz"!

Eine wahre Geschichte. Das habe ich dort erlebt. Unsere disziplinierte, kunstvolle und schonende Weise mit der Fliege zu angeln, ist dort sehr willkommen und erntet hohen Respekt.
Habe die Sendung nicht selbst gesehen, war ja noch im Norden und mußte mit Angelgästen und Taimen im Fluss "tanzen", aber soll gut rübergekommen sein, auch für den Prime Minister. Wenigstens ein Erfolg der Wahlkampagne.

Herzliche Grüsse,

Jan
Zuletzt geändert von Jan Haman am 26.10.2011, 01:29, insgesamt 4-mal geändert.
Hardy

Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.

Beitrag von Hardy »

Rattensack hat geschrieben:Servus Hardy,

du hast natürlich Recht. Danke für deinen sehr pointierten Beitrag!

Die Frage sollte natürlich weniger sein, ob sich jemand dadurch gestört fühlt, sondern ob der so genannte Fortschritt wirklich ein solcher ist - gemessen in Lebensqualität der Bevölkerung, nachhaltigem Wirtschaften, Erhalt der Biodiversität etc. etc.
Zu berücksichtigen sind Werte wie der Verlust von Traditionen, der Identität von indigenen Völkern (vgl. die Problem von Völkern, die ihre Traditionen, Sprache etc. verloren haben; Selbstmordrate, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit etc. etc.) und ob bzw. wie diese Werte mit einem wirtschaftlichen Fortschritt vereinbar sind. Ist eh weltweit das selbe Spiel ..

Clemens
Hallo Clemens,

du wirst bemerkt haben, dass meine "Segnungen" in Anführungszeichen stehen. Die mit dem sogenannten Fortschritt verbundenen Gefahren sind mir sehr wohl bewusst.
Wie man diese Einsicht den indigenen Völker ohne "Oberlehrerhaftigtkeit" vermitteln kann, um ihnen diesen "Fortschritt" zu ersparen, weiß ich leider auch nicht.

Dietmar0671 hat geschrieben: versuche bitte nichts in meine Aussage, wie sie von mir formuliert wurde, hinein zu interpretieren was nicht ist.

Kurzum habe ich es damals genossen ungestört zu sein, und ich rede nur von mir.

Wo liest Du da ein Verbot des Fortschritts den Du hinein interpretierst.

Ich gab eine Situation wieder mit dem Wehmutstropfen, dass sich dies ändern wird.

Deine Interpretation ist schlichtweg falsch...in der Weise wie Du sie dar legst denke ich nicht...tust Du das? Oder unterstellst Du dies nur den Anderen?
Hallo Dietmar,

Du schreibst: "Ich gab eine Situation wieder mit dem Wehmutstropfen, dass sich dies ändern wird."
Nun darf ich dich fragen: Warum ändert sich das alles? Und liegt nicht gerade in diesem Satz die von mir gemeinte Ambivalenz?
Ich unterstelle dir persönlich auch nicht, irgendwelche Verbote zu postulieren.
Meine Interpretation deiner Aussagen musst du allerdings mir überlassen, auch wenn du deine Zeilen aus einer völlig anderen Stimmung, mit völlig anderer Intention geschrieben hast.

Man könnte es nun mit Franks Signatur halten und kafkaesk antworten:
"Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht!"

Sehe es bitte als Denkanstoß, nicht als persönlichen Angriff.

Groetjes
Hardy
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