Die Mümling im Odenwald

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Hydra
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Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von Hydra »

Hallo,

die Saison nimmt langsam Fahrt auf bei uns an der Mümling. Am Sonntag waren die Fische deutlich aktiver als in den vergangenen Wochen, sogar an der Wasseroberfläche gab es Aktivität. Beinahe jeder Wurf brachte eine Reaktion, allerdings bissen sie sehr vorsichtig und ernsthaft was hängen blieb erst, als ich den Schwanz des Wooly buggers deutlich kürzte. Ich habe sehr viele Forellen gesehen und gespürt aber nur einen Bruchteil landen können, leider mit einer Größenselektion, die Anglern nicht gefällt: nichts über 25 cm. Gegen Nachmittag begannen die Fische dann vorsichtig zu steigen, was mit die erste "Trockene" des Jahres einbrachte. DAs ist für mich immer ein magischer Moment.
Wie ich meinen Bach kenne, werden die Fangerfolge jetzt schnell besser. Die Äschebabies sind aus dem Kies gekommen und ab 15. ist das Waten wieder überall erlaubt. Der diesjährige Forellennachwuchs ist extrem stark. Die Kleinen von November sind schon etwa 4 cm lang, die vom Januar etwa 2. Offensichtlich war der Verzicht auf Besatz seit nun über 10 Jahren (Forellen) bzw. 8 Jahren (Äsche) der richtige Weg für uns. Was auch der Kormoran erneut nicht ändern konnte.
Das Gewässer wurde in diesem Winter besonders stark umgebaut. Auffallend ist dabei der viele Sand, der eingeschwemmt wurde- An vielen langsam strömenden Bereichen hat er den Schlamm ersetzt. An manchen Stellen überdeckt er den Wasserstern, der jetzt aber langsam wieder aus dem Sand hervor kommt. Die Forellen sind in großer Mannschaftsstärke da. Wie es bei den Äschen steht, werde ich ab dem 15.5. genau prüfen. Wer als Gastangler bei der diesjährigen "Begutachtung mit der Fliegenrute" teilnehmen möchte, sollte sich bei mir melden: www.sf-v.de.

Viele Grüße,

Arne
Fliifi-Sepp
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von Fliifi-Sepp »

Hallo Arne,

das sind ja gute Nachrichten, danke für die Info!
Ich weiß ja, daß Ihr seit Langem ein vorbildliche Bewirtschaftung macht und schön, wenn es auch diesen Winter die Predatoren mit Euren wilden Fischen schwer hatten! Das bestätigt auch meine Erfahrungen von anderen Gewässern, die keine Fische besetzen.

Ich freue mich übrigens sehr, wenn kleine Fische auf die Fliege gehen. Am Sonntag hatte ich auf einem nicht mal 50 Meter langen Abschnitt 31 Attacken auf meine bewußt sehr groß gewählte Trockenfliege. Darunter Äschen, Bach- und Regenbogenforellen. Bis auf 2 blieb kein Fisch am Haken hängen und diese 2 waren eine Äsche von etwa 25 Zentimetern und eine Bachforelle von gut 20 Zentimetern. Ich wollte nicht bewußt kleine Fische ärgern, sondern dachte mir, daß da auch mal was Größeres dabei sein müßte. Aber ein großartiges Erlebnis zu sehen, wie gut die Eigen-Reproduktion bei uns funktioniert.
An anderer Stelle waren dann auch noch ein paar Größere dabei.

Auch bei uns sind bereits die Äschen geschlüpft.

Halte uns bitte auf dem Laufenden, was sich bei Euch so tut.

LG Sepp
Hydra
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von Hydra »

Hallo Nachtrag,

seit Samstag ist die Äschenschonzeit rum. Das habe ich ausgenutzt um mit der Euronymphing Rute den schönen Tieren nachzustellen. Mit gutem Erfolg bei einem Verhältnis 50:50 zwischen BFs und Äschen. Sogar auf die Trockene gab es Äschen. Der Nachwuchs ist in diesem Jahr sehr stark und wir haben eine ausgprägte Alterspyramide. Die großen kann man immer wieder sehen aber selten haken und noch seltener landen.

Viele Grüße von einem glücklichen Gewässerwart,

Arne
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MahiMahi
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von MahiMahi »

Hallo in die Runde,

ich war gestern an einem Gewässer in Bayern unterwegs wo ich eine Jahreskarte habe.
Ich fing auf Nymphe fünf Farios, und auf Trockenfliege #14 neun Farios.
Einige habe ich verloren. Es war eine Oberflächenaktivität wie man sich das wünscht, so stiegen
die Fische auch sehr unverhalten, aber nicht auf jedes Muster grau mußte es sein.
Gerne hätte ich auch mit Äschen Kontakt gehabt, aber leider hatten wir auch an diesem Gewässer
die schwarze Schaar zu Gast.

LG
Harry
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Bäschwatz
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von Bäschwatz »

Hallo Arne
Danke für Dein Angebot in der Mümmling zu angeln. Ich wäre sehr daran interessiert. Da ich in Dieburg wohne, wäre das grad um die Ecke.
Gruß Thilo
ThymaB
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Arne,

da Du die Runde so nett an die Mümling einlädst (danke!), frage ich mal betr. dortige Pegelverhältnisse.
Denn bevor man irgendwohin reist, soll ja der dort relevante Pegel im grünen Bereich sein, und die absoluten Zahlen von Internetpegeln sagen leider nichts aus, wenn man deren konkrete Bedeutung im jeweiligen Gewässer (noch) nicht kennt.

Deshalb: Ist die Mümling ein weitgehend klimawandel-resilientes Ausnahmewasser, das sogar in heutigen Trockenjahren in der „Saure Gurken“-Zeit von Juni bis mindestens Frühherbst noch passable Fischerei bietet? Oder ist sie eines der üblichen Gewässer, die in dieser Zeit komplett oder weitestgehend wg. Niedrigwassers nicht mehr sinnvoll befischbar sind?

Da Letzteres die Regel ist, gehe ich hier erstmal schlicht wahrscheinlichkeitshalber davon aus und übersetze es in die Pegel Hainstadt und Michelstadt.
Auf dieser hypothetischen Basis sieht es in der Pegel-Jahresübersicht und unter Zugrundelegung der bekannten Eigenschaft von 2025 als schlimmes Trockenjahr so aus, dass für noch passabel-sinnvolle Fischerei der Mittelwert des HLNUG

– in Michelstadt nicht unter 55-57cm u.
– in Hainstadt nicht unter 68-70cm

rutschen sollte.
Liege ich da ungefähr richtig?

Lieben Dank und TL,
Tobias
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AlexX!!
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von AlexX!! »

ThymaB hat geschrieben: 03.06.2026, 18:08
Deshalb: Ist die Mümling ein weitgehend klimawandel-resilientes Ausnahmewasser, das sogar in heutigen Trockenjahren in der „Saure Gurken“-Zeit von Juni bis mindestens Frühherbst noch passable Fischerei bietet? Oder ist sie eines der üblichen Gewässer, die in dieser Zeit komplett oder weitestgehend wg. Niedrigwassers nicht mehr sinnvoll befischbar sind?
Hi Tobias,

ich muss mich schon etwas zusammenreißen sachlich zu bleiben bei so einer "unterstellenden" Frage.

und da sind wir wieder beim Bewirtschaftungsthema, wenn wie du schon schreibst "wie in den üblichen Gewässern"
blind wie üblich Satzfisch reingekippt wird, egal ob vorgestreckt oder maßig oder Brutbox.. dann verwäschst du die natürliche
Selektion und die natürliche Spezialisierung auf die jeweiligen Gegebenheiten. Ein natürlicher, angepasster Bestand hat gar nicht
die Möglichkeit sich zu formen, wenn er dauernd durch Besatz gestört wird, u.U. hast du dann Fische die sich im Sommer
halt schwer tun.

zurück zu deiner Frage, ja die Mümling wird schon warm im Sommer, aber ich hatte schon auch an sehr heißen Tagen
eine anständige Fischerei. Ich würde Fischen so lange es kein Hochwasser hat.

Grüße
Alex
"Besatz mit fangreifen Forellen ist wie eine Droge.
Es macht die Angler doof, und süchtig ... sie wollen immer mehr" (by Steini/GW-Forum.de)
ThymaB
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Alex,

wo bitte ist irgendeine Unterstellung??
Ich habe freundlich und anständig gefragt, nicht wahr?
Dabei habe ich in meiner Vermutung über mögliche Wasserpegel-Grenzen eine Hypothese zugrundegelegt und dies auch offen gesagt.
Denn exakte Kenntnisse habe ich ja eben nicht, sonst hätte ich doch nicht gefragt, nicht wahr? Logisch, nicht?

Es war doch hilfreich und freundlich, dass ich erstmal selbst die Auswertung der Jahrespegel-Übersicht versucht und daraus einen hypothet. Grenzpegel abzuleiten versucht habe, und diesen dann als bereits konkreten Wert formulierte. So braucht Arne nur noch zu sagen, ob ich richtig liege oder wie er anderenfalls den Pegel veranschlagen würde. As simple as that...

Ist doch meinerseits hilfreich und korrekt, nicht wahr?

Und was dann Dein ganzer Sermon über Besatz-Usancen hier zu suchen hat, versteh' wer mag... Ich hatte nach dem Wasserpegel (übrigens auch nicht nach der Wärme) gefragt, Besatz-Politik ist da off-topic.
Kann es sein, dass Du partout irgendwelchen Ärger loswerden möchtest, oder gerne über Themen schreibst, die Dir am Herzen liegen, auch wenn sie zum Thread nicht passen??
Meine Frage hast Du nicht im Geringsten beantwortet, aber Aggression abgelassen.

TL, Tobias
Hydra
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von Hydra »

Hallo,

die Mümling hat was die Niedrigwassersituation angeht einen großen Vorteil. Die Marbachtalsperre, die sowohl als Hochwasserrückhalteeinrichtung, als auch als Trinkwasserreservoir dient. Dies sind zwei diametral gegeneinander stehende Interessen. Der Hochwasserspeicher muss in der Regel leer sein, damit er ein plötzlich auftretendes Hochwasser aufnehmen kann. Ein Trinkwaaserspeicher muss immer voll sein. Daher wird die Mümling in der Wasserführung reguliert. Wenn wenig Regen fällt, wird der Pegel des Sees gesenkt, um das nächste Hochwaaser aufzunehmen. Bisher hat das Wasser im See immer gereicht, um den Mümlingpegel konstant zu halten. Wegen dieser Regulierung bleibt das Wasser auch vergleichsweise kühl. Der Normalwasserstand am Pegel Michelstadt liegt um die 55 cm. Niedrigwasser unter 50 cm ist selten, Hochwässer gehen bis auf etwa 125 cm. Wenn am See der Schieber aufgemacht wird, steigt der Wasserspiegel innerhalb von 10 mins um 5 bis 10 cm. Wird dadurch Sediment mitgenommen und das Wasser wird trübe, kann man zusammenpacken bzw. an ein anderes Gewässer ausweichen, wir haben insgesamt ca 30 km Fließgewässerstrecken, da findet sich immer etwas, was befischbar ist. Bei ablaufendem Wasser kann man bis ca. 65 cm Wasserstad gut fischen. Im vergangenen Jahr hatten wir keine Niedrigwasserstände unter ~48cm. Bei uns kann man das ganze Jahr über fischen, es sein denn es kommt ein nennenswertes Hochwasser runter.
Wer bei uns mit der Fliege fischen möchte, ist uns willkommen. Wir haben die Anzahl der ausgegebenen Gastkarten auf 50 pro Jahr begrenzt um unseren Bestand zu schonen. Es gibt kein "first come, first served" Modell, sondern wir begrenzen zunächst die Anzahl der Karten pro einzelnem Gast auf 3 pro Jahr, ist die Nachfrage weiterhin groß, werden wir auf 2 heruntergehen. Wir möchten jeden, der bei uns angelt kennenlernen, daher muss jeder, der zum ersten Mal zu uns kommt, bei mir vorbeikommen. Weiere Karte werden dann per E-mail zugestellt. Wer sich für unseren Verein interessiert findet https://www.sf-v.de/Fuer-Gastangler/ alle nötigen Infos.

Grüße

Arne
Zuletzt geändert von Hydra am 04.06.2026, 09:37, insgesamt 1-mal geändert.
Hydra
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von Hydra »

Bäschwatz hat geschrieben: 28.05.2026, 20:15 Hallo Arne
Danke für Dein Angebot in der Mümmling zu angeln. Ich wäre sehr daran interessiert. Da ich in Dieburg wohne, wäre das grad um die Ecke.
Gruß Thilo
Hallo Thilo,

schau mal auf unserer Homepage, da findest Du alle Infos: ://www.sf-v.de/Fuer-Gastangler/

Grüße

Arne
ThymaB
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Re: Die Mümling im Odenwald

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Arne,

ganz lieben Dank! Das beantwortet meine Fragen sehr ausführlich und gut, prima!
Ein vorgeschaltetes Staubecken ist nicht schlecht, nicht nur potentiell wasserstandsmäßig, sondern auch mit Zuführung relativ kalten Wassers in Hitzephasen.
Letzteres tut hier in meiner Region z.B. der Biggesee für die Bigge und den von ihr gespeisten Lennefluss. Allerdings habe ich auch erlebt, dass sowas nicht unbedingt eine nennenswerte Abhilfe für Wasserstandsprobleme sein muss: Ich habe eine Saison auf Jahreslizenzbasis in der Bigge geangelt, bis ca. 2,5 oder 3km unterhalb des See-Auslaufs (also ab dortigem Tosbecken). Im Tosbecken selbst war natürlich immer genug Wasser drin, aber der Fluss darunter profitierte wasserstandsmäßig vom See so gut wie gar nicht, da herrschte praktisch dasselbe Wasserelend wie anderswo hierzulande auch in jenem Jahr (2018) und den umliegenden Jahren auch.
Da hatte ich mir vom See Abhilfe erhofft und musste feststellen, dass den dortigen Energieversorger einzig und allein interessiert, ob und wann Strom produziert werden soll, und nicht, dass in den meisten Zeiten drumherum die Bigge prekär niedrigen Wasserstand hat.
Wenn dann mal stromerzeugend abgelassen wurde, insbesondere wenn es aus allen drei Turbinen der Fall war, hatte man unten im Fluss nur sehr wenig Zeit, sich in Sicherheit zu bringen, man musste immer auf die ersten Warnsignale achten, z.B. viel Zweige/Äste oder Laub im Wasserstrom. Dann konnte es zügig um bis zu 1m und mehr ansteigen, und Schluss war mit dem Angeln. Wenn das dann aber auch relativ schnell durch war, begann wieder für u.U. mehrere Tage das alte Niedrigwasser-Elend. So ist es ja leider mit dem Wasser, es fließt durch und muss von oben her immer Nachschub bekommen, wenn ordentlicher Wasserstand erhalten bleiben soll. Regen nannte man das früher, wird heutzutage leider zunehmend ein Fremdwort :(

Also nochmal danke und TL,
Tobias
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