Kapitale Bachforellen

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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trutta1
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Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von trutta1 »

Liebe Fliegenfischer,

nachdem meine Forellensaison mit einigen großen Bachforellen startete und auch der Dänemark Trip (siehe auch DK Teil 1 und 2) außerordendlich erfolgreich war,
hatte ich mir die komplette 2. Maiwoche frei genommen, um am heimischen Bach gezielt auf die durchaus vorhandenen, kapitalen Bachforellen zu fischen.
"Kapital" kann ja abhängig von den Umständen am Bach durchaus unterschiedlich sein. Ich kenne wirklich viele Bäche, die zwar einen hervorragenden Bachforellenbestand haben, aber das Nahrungsangebot nicht wirklich ausreicht, die doch recht kurzlebigen Salmoniden zu kapitalen Stücken abwachsen zu lassen. Entnahme durch Prädatoren aller Art tragen zusätzlich dazu bei.
Ich will nicht bestreiten, dass Bachforellen in Gebirgsbächen recht groß werden können, doch sind dies ganz sicher Außnahmen. Größere Flüsse bieten da den Bachforellen andere Möglichkeiten. Vor allem das Nahrungsspektrum vergrößert sich ungemein.
In den Niederungsbächen des Flachlands sieht es ganz anders aus. Die Dichte an Salmoniden ist ohne Besatz mit fangfähigen Fischen recht überschaubar, aber dennoch besser als viele glauben. Wild aufgewachsene Bachforellen in einem Niederungsbach sieht man in den seltensten Fällen. Die Maifliegenzeit bietet die Möglichkeit den Fischbestand etwas besser einzuschätzen. Selbst kapitale Bachforellen kommen am Abend aus ihrem Versteck um Maifliegen von der Wasseroberfläche zu "pflücken".
Aber reichen diese "Happen" aus um kapitalen Bachforellen dauerhaft ausreichend Nahrung zu bieten?
Wohl eher nicht, denn viele meiner großen Forellen habe ich außerhalb der Maifliegenzeit mit dem Streamer gefangen.
Wenn ich mal einen großen Milchner ( Rogner schone ich seit einigen Jahren zu 100%) entnehme, interessiert mich natürlich der Mageninhalt.
Was ich dort schon gesehen habe, ist erstaunlich!
Mäuse, Frösche, Fische aller vorkommenden Arten und Krebse sind sicher normale Nahrungsbrocken. Richtig erstaunt war ich über 2 große Bachforellen die je ein Entenküken und ein Hermelin im Magen hatten.
Auch wenn es gute Vorraussetzungen gibt, wird eine Bachforelle über 60cm kein alltäglicher Fang sein!
Ist der Bestand an solch außergewöhnlichen Bachforellen dennoch sehr gut, vermutet man ganz sicher Besatzmaßnahmen, wie ich es von einigen süddeutschen Flüssen kenne.
Das dies nicht immer so ist oder sein muß, weiß
ich seit 3 Jahren!
Treffen eine gute Gewässerstruktur, sehr guter Nährtierbestand und geringer Prädatorendruck, sowie eine schonende Entnahme zusammen, können Bachforellen zu kapitalen Exemplaren abwachsen. Leider ist dies fast ausschließlich in Vereinsgewässern möglich, die keine Gastkarten vergeben!
Ich habe genau dies lange Jahre beobachtet und immer wieder betont, wie wichtig die Schonung großer Laichfische ist.
Dies an Verbandsgewässern um- und auch durchzusetzen ist quasi unmöglich!
An unserem Vereinsbach sind fast alle positiven Voraussetzungen vorhanden. Die großen Bachforellen haben sich auf Signalkrebse spezialisiert, die in Massen vorkommen und sie dann zu wirklich kapitalen Stücken abwachsen lassen. Alle dort von mir entnommenen Bachforellen hatten Signalkrebse im Magen. Selbst einzelne Scheren von großen Krebsen wurden gefressen.
Vielleicht wurden sie von den Forellen bewusst abgerissen wenn sich die Krebse mit aufgestellten Scheren verteidigen wollen.
Um diesen Bestand aufrecht zu erhalten, muß auch den Vereinsmitgliedern durch Aufklärung veranschaulicht werden, wie wichtig die Schonung eines gesunden Laichfischbestands ist.
Da ich Fliegenfischer-Lehrgänge immer mit einem vorherigen Theoriekurs verbinde, bin ich immer wieder erstaunt, wie wenig theoretische Kenntnis über unsere Salmoniden vorhanden ist.
Unsere Vereinsmitglieder aufzuklären, ist ein ganz wichtiger Baustein, der oft vernachlässigt wird.
Verständnis kann nur über vermitteltes Wissen erreicht werden!

Nun zurück zum praktischen Fliegenfischen, dem ich ja vor ein paar Tagen einige Stunden widmen wollte. Der Wettereinbruch kam mir nicht gerade entgegen, weshalb ich es auch nur einmal zum Bach schaffte. Aber diesen Tag werde ich wohl nicht so schnell vergessen!
Schon nach recht kurzer Zeit konnte ich eine schöne, ca. 45cm Bachforelle mit einem Streamer überlisten. Was dann aber etwas später meinen Streamer attakierte, war ein großer massiger Bachforellenrogner von genau 70cm.
Mit geschätzten 4kg meine größte Bachforelle an diesem Bach, der sein unglaubliches Potenzial dank super Vorraussetzungen mal wieder bestätigt hat.
5 Tage später waren urplötzlich die ersten Maifliegen aktiv. Auch die Bachforellen hatten sich schon auf die proteinreiche Oberflächennahrung eingeschossen.
Ein wunderschöner dicker Milchner mit 56cm konne meinem Angebot nicht widerstehen und begleitete mich nach Hause. Auch diese Bachforelle hatte neben vielen Maifliegen, 4 Krebse im Magen.
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Einige Tage später wollte ich an bekannter Stelle nachschauen, ob die 70-er Bachforelle wieder aktiv ist. Bereits um 5.30 Uhr wässerte ich mehrere Streamer, da ja um diese Zeit noch keine Aktivität der Maifliegen zu sehen war.
Absolut nichts. Da ich am Vorabend mehrere verschiedene Maifliegenmuster gebunden hatte, wollte ich mal deren Schwimmeigenschaften überprüfen. Das erste Muster angebunden und lediglich mit einem Schlenzwurf aufs Wasser befördert, hatte gar keine Zeit sich so richtig zu präsentieren. Sofort stieg ein Fisch und inhalierte die Maifliege. Einige lange Minuten wusste ich nicht genau, ob es wirklich die gleiche Bachforelle, wie vor ein paar Wochen ist. Doch nach mehreren Sprüngen und dem anschließenden Einnetzen stand fest, es ist die gleiche Bachforelle.
Ein fantastischer Rogner, 70cm trocken auf Maifliege! Nicht meine größte Bachforelle aber die mit Abstand Größte auf Trockenfliege.
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Nach lediglich 3 Jahren Mitgliedschaft im neuen Verein sind meine Erwartungen bei weitem übertroffen wurden. Die guten Verhältnisse an unserem Bach sind natürlich auch nicht vom Himmel gefallen. Die Durchgängigkeit zu bewerkstelligen und gleichzeitig alle Hochwasserschutzmaßnahmen zu beachten ist manchmal eine Herkulesaufgabe.
Für die nächsten Jahre stehen mehrere Strukturverbesserungen am und im Bach an, die die Lebensbedingungen für die Bachforellen noch deutlich verbessern werden.

TL, Frank
Der Äschenflüsterer ( Leider hören nur noch wenige zu!)
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Arvin24
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Arvin24 »

Guten Tag Frank, Petri für deine außergewöhnlichen Fänge u.

Vielen dank für den kleinen Einblick in deine Fliegenfischer Erlebnisse.

Ich wünsche euren Verein weiterhin viel erfolg mit der Hege u.Pflege des Baches.

Gruss André
Hydra
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Hydra »

Hallo Frank,

ein tolles Tier, dessen Fleischfarbe schon deutlich über die überwiegende Nahrungsquelle informiert, Glückwunsch!!. Ausserdem sprichst Du mir aus dem Herzen. Ohne catch&release ist es in Deutschland nicht möglich, in einem befischten Gewässer einen gesunden Bestand aufzubauen. Nur wenn man den Druck auf den Bestand niedrig hält, bekommt man eine Chance. Hejfisch kann da nicht funktionieren. Wenn die Mümling jedem unreguliert zum Fischen zugänglich wäre, wäre der Bestand in wenigen Jahren vernichtet. Wir an der Mümling beweisen aber, dass ein starker Bestand auch mit Gastanglern möglich ist, wir brauchen dafür aber die richtigen Angler und müssen die Anzahl der ausgegebenen Karten am Bestand orientieren. Wer nur Große fangen will und diese dann tötet, passt mit unserer Bewirtschaftung nicht zusammen. Zum Glück gibt es im Hessischen Fischereirecht die Möglichkeit für Gewässerwarte das dort definierte Entnahmefenster von 25 - 60 cm zu verkleinern ohne das begründen zu müssen. Übigens ist die Entnahme von Fischen aus einem Gewässer nicht an sich ein Problem, im Gegenteil, wird die Fischbiomasse nicht durch Predation/Entnahme ständig reduziert, würde die Anzahl an großen Fischen sinken, denn in der "Fläche" eines Gewässers ist eine hohe Anzahl kleiner Fische den großen Tieren überlegen. Das Problem ist die Entnahme an die Bioproduktion/Bestandsdichte anzupassen. Tatsächlich wissen wir als Gewässerwarte meist zu wenig über unsere Bestände. Die offiziellen Elektrobefischungen sind hier meist eher verwirrend als nützlich. Unsere eigene Bestandserhebung mit der Angel in der Hand ist besser, funktioniert aber nur mit catch&release. sonst beeinflussen wir ja mit der Untersuchungsmethode den Bestand. Es gibt gute Gründe auch die großen Forellen ab und an zu entnehmen, denn sie machen Platz für viele kleinere Forellen. Allerdings brauchen die dann meist viele Jahre um so groß zu werden, wie der alte Standfisch. Eins muss ich hier aber loswerden. Auch männliche Tiere unterliegen der natürlichen Selektion. Daher bringen große Milchner den gleichen Beitrag zu den Beständen wie große Weibchen. Geht man davon aus, dass manche Individuen durch bessere Genetik überlegen sind, dann steigt logischerweise der Anteil der überlegenen Tiere mit der Größe der Individuen. Die Entnahme großer Milchner hat demzufolge ähnliche Auswirkungen wie die großer Rogner. Nicht die Kilogramm an gelegten und befruchteten Eiern, sondern deren Qualität hat den größeren Einfluss auf die Überlebensfähigkeit.

Oft neigen wir Angler dazu unsere individuellen Erfahrungen zu generellen Regeln zu erheben. Das ist sicherlich menschlich, schließt aber oft den Erfolg aus. Zu oft habe ich schon gehört "Da sind ja keine Fische drin", weil erfolglos mit den "altbewährten" Methoden gefischt wurde. "So habe ich immer meine Fische gefangen, der Gewässerwart hat keine Ahnung und hier muss besetzt werden" ist dann die Aussage. Neulich hatte ich einen entsprechenden Anruf. "Du und Dein Verzicht auf Besatz ruinieren unsere Gewässer, ich hab da immer gefangen, jetzt gibts da keine Fische mehr". In diesem Fall war es aber so, dass andere Mitglieder an dieser selten befischten Stelle unterwegs waren, mit hervorragenden Ergebnissen. Eine entsprechende Mail konnte ich direkt weiterleiten.Daran sieht man, wie unsere individuellen Erlebnisse unsere Betrachtungsweisen beeiflussen und sich immer weiter von der Realität entfernen.
Oft sind die wahren Verhältnisse aber recht klar und einfach zu verstehen, wenn man sich von seinen subjektiven Eindrücken erstmal etwas gelöst hat.
Der Bestand an Forellen wird primär über lediglich zwei Parameter bestimmt. Nahrungsangebot und Stellplätze die Sicherheit und Nahrung zugleich bieten. Sind diese Bedingungen vorhanden, wird, wenn keine weiteren limitierenden Faktoren einwirken, jeder Standplatz besetzt und die Forelle an diesem Standort wächst so lange, wie der Platz ausreicht und die Nahrung im Überschuss vorhanden ist. Ist das nicht (mehr) der Fall, wandert die Forelle flussabwärts ab. An ihrem Standplatz wird dann Platz für mehrere kleinere Nachrücker frei. Dieses Spiel wiederholt sich immer wieder, bis die Forelle an einem sehr guten Standplatz, in einem großen Fluss, einem See oder dem Meer landet. Landet sie in einem großen See, verliert die Forelle die roten Punkte und sie wächst den Umständen (Futterangebot) entsprechend weiter und wir nennen sie dann Seeforelle, weil sie anders aussieht und oft größer ist (bzw. scheint) als ihre Artgenossen im Bach. Wandert sie bis in das Meer, nennen wir sie entsprechend. Trotzdem bleiben es Bachforellen. Bachforellen wachsen also entsprechend des verfügbaren Nahrungsangebots an ihrem Standplatz. Damit wird die Größe der größten Forellen abhängig von dem Vorhandensein und deren Anzahl von der Anzahl an großen Gumpen, nicht der Größe des Gewässers. Die Anzahl (Biomasse) der Forellen insgesamt bleibt abhängig von der Nahrungsmenge/masse
Hochgebirgsbäche sind in der Regel sehr nährstoffarm. Das bedeutet: wenig Nahrungsressourcen für die Futtertiere der Forellen, wie Kleinkrabse und Insektenlarven. Durch das kalte Wasser wird auch noch das Wachstum dieser Nährtiere reduziert also findet sich in solchen Gewässern weniger Nahrung und somit auch weniger Gewicht an Fisch pro Volumen des Wassers. Niederungsbäche haben eine viel höhere "Produktion" an Nähtieren, die sich wiederum aus dem größeren Eintrag an biologischem Material ins Wasser ernähren. Daraus ergibt sich der einfache Zusammenhang: Je mehr biologisches Material verftügbar sind, umso mehr Gewicht Fisch pro Volumen Wasser ist vorhanden. Niederungsbäche haben also viel größere Forellenbestände als Hochgebirgsgewässer. Deshalb wachsen dort auch mehr Forellen zu stattlichen Größen heran, solange sie geeignete Unterstände finden. Genau dieser Punkt wird von uns Anglern meist unterschätzt, denn hieraus ergibt sich die Unsinnigkeit von Besatz. Die Strukturen, die dem Fisch Sicherheit und Nahrung zugleich bieten, sind in den stark verbauten Bächen selten, deshalb wandern die eigesetzten Fisch schnell ab, die (wenigen) für große Forellen geeigneten Plätze sind von starken und an das Gewässer angepassten Exemplare besetzt, gegen die er neue Besatz keine Chance hat. Weil das nicht verstanden wird, besetzt man fangfähige Forellen, die dann den kleineren Exemplaren im Gewässer die Nahrung wegfressen, bis sie abwandern oder verhungern. Dann bekommt man den eigenen Nachwuchs nicht mehr groß, der Besatz wandert ab. Die Angler gehen dann vermehrt nach dem Besatz fischen, wo die hungernden Forellen alles nehmen, was sie bekommen können. So glaubt dann der Angler, die Bestände seien gut. Sobald der Besatz weg ist, wird der Gewässerwart angemault, es gäbe zu wenig Besatz, man kippt neue Forellen hinein und verstärkt das Problem.
Ein gesunder und stark strukturierter Bach braucht keinen Besatz. Das dafür "verschwendete" Geld wäre besser angelegt, wenn man damit mehr Struktur ins Gewässer bekommt, denn dann entstehen mehr geeignete Standplätze und gleichzeitig mehr Nährtiere.
Den besten Beweis dafür findet man in den ganz kleinen Bächen, die in der Regel nicht von Angelvereinen "bewirtschaftet" und befischt werden. Dort findet man natürliche Bestände mit einer ausgeprägten Alterspyramide und das heisst: viele kleine Fische und wenig Große. Oft werden aber gerade die kleinen Forellen von Angler nicht "gezählt" und eher als Problem als als Lösung wahrgenommen. So sorgt das Bedürfnis der Angler nach großen Fischen für einen schlechten Bestand. Trotzdem sind aber meist große Forellen vorhanden, werden aber nicht gefangen. Dabei spielt natürlich die Lebenserfahrung der großen Fische eine Rolle aber auch die Tatsache, dass sich das Fressverhalten der Forellen an ihre Körpergröße anpasst. Stellt Euch vor, eine große Forelle steht in einem tiefen Gumpen. Um ihren großen Körper gegen die Strömung zu halten, wenn sie nach einem Insekt auf der Oberfläche steigt, braucht die große Forelle viel mehr Energie als eine kleine, die Fliege an der Oberfläche ist aber gleich groß für beide Fische. Also wird die große seltener nach einer Trockenfliege steigen, die Energiebilanz gibt das für die Große nicht her. Lieber schnappt sie sich eine kleine Forelle, die nach der Fliege steigt. Daher fängt man große Forellen nur selten mit der Trockenfliege und auch mit einer kleinen Nymphe. Demzufolge braucht man, wenn man gezielt auf die Großen gehen möchte, andere Köder und anderes Gerät. Mausmuster, große Krebsimitate, Riesenstreamer etc. sind dann das richtige Material. Um das zu bewegen braucht man schwereres Gerät. Wer von Euch macht das regelmäßig an kleineren Gewässern?

Ich jedenfalls nicht. Als Bachangler ist mir das zu sperrig also bleibe ich bei den "kleineren" Forellen mit ab und an einem Ausreisser nach oben. PB war bei mir in der Mümling eine 65er. Ich sehe aber regelmäßig deutlich größere über 70cm. +50er fängt man bei uns mehrmals im Jahr wenn man regelmäßig fischt. +60 bleiben bei mir alle paar Jahre mal hängen. Die ganz Großen erwische ich nicht, das heisst aber nicht, dass da keine großen Fische drin sind.

Grüße,

Arne
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AlexX!!
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von AlexX!! »

Hi Zusammen,

ja in der Tat, da hast du einen schönen "Lappen" gefangen, dickes Petri. Zu so einem Gewässer kann man nur gratulieren.
Man kann zu den Signalern stehen wie man will, aber in einem überwiegend natürlichen Gewässer mit gutem Bestand,
tun sie glaube ich eher gut, da sie tolle Happen für die Fische sind. Bei uns hat es auch Barsche, die freuen sich darüber
natürlich genauso.

Zum Thema Bewirtschaftung und Besatz habe ich mich in den letzten Jahren auch intensiver mit befasst und bin da
nahezu deckungsgleich bei Arne gelandet. Besatz in Gewässern an denen die natürliche Reproduktion statt findet, ist mit der
entsprechenden Art tunlichst du unterlassen. Die eingebrachten Fische schaden mehr als sie nützen.

Gutes Beispiel ist da tatsächlich die Mümling, ich kenne aber auch andere wo das mit vernünftiger Entnahme, "moderater"
Tageskarten Ausgabe und Wildbestand sehr gut funktioniert.
Will man sich hier an die Praxis " jeder gefangene, maßige Fisch geht in den Weidenkorb" halten, muss massiv der Fischdruck
reguliert werden, sonst droht der Bestand zu "verkümmern"

An einer Stelle muss ich aber wiedersprechen.. an meinem Gewässer fange ich die ganz Großen bisher nur Trocken in der Maifliegen Zeit,
wenn sie das Steigen beginnen.. das machen sie selten, nicht jedes Jahr , aber wenn spät dann abends/nachts, und genau dann
lassen sie sich fangen. Mit großen Streamern, bin ich nicht erfolgreich, da knallt immer vorher eine halbstarke drauf, und die Große ist gewarnt.

beste Grüße
Alex
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von ullsok63 »

Hallo,
tolle Fische, jeder der Zugang zu solch einem Gewässer hat, kann sich wirklich glücklich schätzen.
Früher war ich ebenfalls der Meinung - große Forelle = Steamer aber diese phantastische Story hat mich dann doch etwas zum Umdenken gebracht:
https://www.nicolas39-peche-mouche.com ... mphe-a-vue
TL Uwe
Hydra
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Hydra »

AlexX!! hat geschrieben: 03.06.2026, 16:50 Hi Zusammen,

ja in der Tat, da hast du einen schönen "Lappen" gefangen, dickes Petri. Zu so einem Gewässer kann man nur gratulieren.
Man kann zu den Signalern stehen wie man will, aber in einem überwiegend natürlichen Gewässer mit gutem Bestand,
tun sie glaube ich eher gut, da sie tolle Happen für die Fische sind. Bei uns hat es auch Barsche, die freuen sich darüber
natürlich genauso.

Zum Thema Bewirtschaftung und Besatz habe ich mich in den letzten Jahren auch intensiver mit befasst und bin da
nahezu deckungsgleich bei Arne gelandet. Besatz in Gewässern an denen die natürliche Reproduktion statt findet, ist mit der
entsprechenden Art tunlichst du unterlassen. Die eingebrachten Fische schaden mehr als sie nützen.

Gutes Beispiel ist da tatsächlich die Mümling, ich kenne aber auch andere wo das mit vernünftiger Entnahme, "moderater"
Tageskarten Ausgabe und Wildbestand sehr gut funktioniert.
Will man sich hier an die Praxis " jeder gefangene, maßige Fisch geht in den Weidenkorb" halten, muss massiv der Fischdruck
reguliert werden, sonst droht der Bestand zu "verkümmern"

An einer Stelle muss ich aber wiedersprechen.. an meinem Gewässer fange ich die ganz Großen bisher nur Trocken in der Maifliegen Zeit,
wenn sie das Steigen beginnen.. das machen sie selten, nicht jedes Jahr , aber wenn spät dann abends/nachts, und genau dann
lassen sie sich fangen. Mit großen Streamern, bin ich nicht erfolgreich, da knallt immer vorher eine halbstarke drauf, und die Große ist gewarnt.

beste Grüße
Alex
Hi Alex,

ich sehe das gar nicht als Widerspruch, eher als Bestätigung meiner These. Der Antrieb für die jeweilige Diät der Forellen in Abhängigkeit ihrer Größe bleibt der gleiche. Möglichst viel Enegiegewinn durch Nahrung pro dafür aufgewandte Energie (Bilanz). Für kleinere Forelle ist der Aufwand pro Fliege, die sie von der Oberfläche holt, geringer als bei einer Großen, da sie einen kleineren Körper bewegen muss. Also schnappt die große Forelle länger als die Kleinere die Nahrung vom Grund direkt vor ihrer Nase mit nur geringer Bewegung und nimmt dabei nach Möglichkeit lieber etwas größeres (Signalkrebs, Beutefisch etc.), der (große): Streamer ist angesagt. Meist aber nehmen sie eben die "Kartoffeln" des Gewässers, bei uns zumeist Bachflohkrebs. Jetzt fängt man die Großen mit Nymphen. Wächst das Angebot der Nahrung an der Oberfläche (Eintagsfliegenschlupf), kehren sich die Bedingungen um, die große Forelle beginnt(später) zu steigen und bleibt dann in der Nähe der Oberfläche, da sich jetzt der Aufwand lohnt. Trotzdem sind die Chancen mit einem Hopper oder einer großen Deerhair Sedge meist größer die Forelle dazu zu bringen sich zu bewegen. Wenn genau eine Insektenart in Massen verfügbar ist, werden alle Forellen (und auch alle anderen Fische) selektiv. Das konnte ich in einem Massenschlupf kleiner Eintagsfliegen am Main beobachten, jetzt können sie vorsichtig sein, weil genug für alle da ist. Es gab nicht die geringste Reaktion von Fischen auf Köder. Ich sah einen etwa 2m langen Wels bewegungslos in der Oberfläche liegen und die Suppe aus sterbenden Fliegen einschlürfen. Ich habe ihn mit einem Kunsköder immer wieder angeworfen und sogar getroffen. Er hat kurz gezuckt und weitergefressen. Natürlich fange ich die Großen auch auf die Trockenfliege oder die Nymphe. Das liegt aber meiner Meinung nach daran, dass ich die großen Streamer gar nicht oft (oder nie) fische, kein Wunder dass ich mit ihnen selten große Forellen fange.
Der Hinweis darauf, dass wir die Großen selten fangen, weil wir an ihren Nahrungsbedürfnissen oft vorbei fischen, sehe ich an meiner Beobachtung, dass die großen Forellen gar nicht so selten sind. Packe ich alle Fangberichte bei uns zusammen, ensteht das Bild, dass Große (+60) alle ~ 100-300m Mümlinglauf leben. Im Grunde sehe ich das auch durch meine eigenen Erfahrungen bestätigt. Ein paar der Tiere habe ich schon gesehen oder kurz gehakt. Ja oft an Stellen an denen ich damit gerechnet habe, weil ich schon mal Kontakt hatte. Aber auch immer wieder überraschend. Das gilt übrigens auch für die kleineren Forellen. Auch von denen gibt es ebenfalls viel mehr, als wir Angler glauben. Als ich mit dem Euronymphing begann, habe ich das deutlich gespürt. Man fängt einfach viel mehr, wenn die Nymphe tief und natürlich läuft und man wirklich alle Strukturen abfischt: Auf einmal fängt man an einem Spot 4-5 oder mehr Fische nacheinander. Fischt man mit Streamer oder Trocken, erwischt man meist nur eine und das ist meist eine Kleine, weil die näher dran sind. Manchmal sehe ich dann die letze Bestätigung fü meine These: Die +60er, die sich die Kleine schnappen will, direkt vor meinen Füßen.
Also fängt man die Großen eben manchmal mit kleinen Ködern, weil deren Vorbilder gerade die günstigste Bilanz bieten, das ist aber selten. obwohl die Fische da sind. Größere Chancen hätte man mit großen Streamern, die fischt man aber nicht. Als Resultat bezweifeln wir meist, dass es überhaupt Große gibt oder dass die superschlau und erfahren sind. An unserer Methode zweifeln wir lieber nicht (hat ja immer funktioniert). Ich binde mal einen großen Signalkrebs und versuche die These zu bestätigen. Unter dem Strich bleibt die alte Anglerweisheit. Hast Du nach einer halben Stunde mit Deiner Methode keine Reaktion bekommen, ändere zuerst die Methode und erst dann den Platz.

Grüße,

Arne
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