Kapitale Bachforellen

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

drehteufel
Beiträge: 463
Registriert: 18.04.2009, 12:29
Hat sich bedankt: 361 Mal
Danksagung erhalten: 160 Mal

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von drehteufel »

MaxS hat geschrieben: 12.06.2026, 10:07 Vielen Dank für diesen schön zu lesenden und sachkundigen Thread, liebe Kollegen, in dem ich viele eigene Beobachtungen aus der Fischerei in Niederungsbächen wiederfinden konnte.

Mich verschlägt es am ersten Juli-Wochenende nach längerer Zeit mal wieder an die Gewässer vom Heger und vom Sepp. Ich bin gespannt, ob sich seit meinem letzten Besuch vor vier Jahren etwas an Bestand und Besatz geändert hat.

Tight Lines
Max
Hallo Max,

na da wünsche ich doch schonmal viel Spaß und Erfolg.
Der mehrmalige Besuch und das Verweilen auf der Holzbrücke beim Sepp gehört für mich zum Pflichtprogramm, wenn ich in Siegsdorf bin. Fast immer sind dort auch Angler zu sehen, seltener jedoch einer im Drill. Mit einem der Fischer habe ich geredet, er war ganz zufrieden mit den Fängen.
Ich war vor ca. 4 Jahren auch mal im Forellenhof "abgestiegen", allerdings haben mir das Zimmer und auch das Frühstück damals nicht sonderlich zugesagt. Die Flussstrecke fand ich aber gut, vor allem im Staubereich oberhalb vom Höpflinger Wehr gab es eine tolle Trockenfliegenfischerei.
Dort habe ich jedoch deutlich mehr Regenbogner gefangen als beim Heger.

Berichte doch bitte mal, wenn Du dort warst, ich bin gespannt.

Gruß,
Marco
Benutzeravatar
trutta1
Beiträge: 714
Registriert: 14.11.2009, 21:37
Wohnort: Datteln - Flaeming
Hat sich bedankt: 419 Mal
Danksagung erhalten: 338 Mal

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von trutta1 »

Noch ein wichtiger Nachtrag zur aktuellen Situation.
Seit gut einer Woche liegen die Tagestemperaturen über 30 Grad und da ist es nicht nur grenzwertig, sondern meiner Meinung nach völlig unangebracht den Salmoniden nachzustellen!
Was in den kalten Gebirgsbächen vielleicht noch akzeptabel erscheint ist an Niederungsbächen untragbar! Auch wenn es der Wasserstand scheinbar hergibt, sorgen die Nächte mit den tropischen Temperaturen für keine ausreichende Abkühlung.Trotz Beschattung heizen sich Bäche vor allem in Staubereichen extrem auf.
Wir als Verein haben deshalb entschieden, das Fischen einzustellen.
Für mich auch ein wichtiger Faktor die Salmonidenbestände zu schützen!
Wie seht ihr das und wie sehen das eure Vereinsmitglieder?

TL, Frank
Der Äschenflüsterer ( Leider hören nur noch wenige zu!)
Benutzeravatar
MahiMahi
Beiträge: 834
Registriert: 17.01.2020, 08:14
Hat sich bedankt: 22 Mal
Danksagung erhalten: 273 Mal

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von MahiMahi »

Hallo Frank,

stehe ich voll hinter dir. Wir verzichten schon seit knapp drei Wochen zum fischen zu gehen und wir leben noch.
Niemand tut der Kreatur einen Gefallen wenn wir mit den Fischen nicht schonend umgehen.

LG
Harry
Benutzeravatar
Arvin24
Beiträge: 270
Registriert: 12.03.2019, 09:33
Wohnort: Aargau-CH
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 42 Mal

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Arvin24 »

Guten Tag Frank

Ich Fische schon seit ca 3 Jahren nicht mehr bei diesen Temperaturen auf Salmoniden , bzw. Fische ich nur gelegentlich im Frühjahr wenn es sich ergibt in Gebirgsbächen.

Von mir aus gesehen könnte man bei solchen Temperaturen sogar das Fischen vom Gesetz/ Reglement her verbieten z.b. 5 Tage mehr als 32C Tagestemperatur, Salmoniden Gewässer zu.
Von mir aus gesehen müsste man viel mehr Rücksicht nehmen…..

Gruss André
Benutzeravatar
AlexX!!
Beiträge: 879
Registriert: 24.08.2010, 14:46
Wohnort: Z28.310
Hat sich bedankt: 374 Mal
Danksagung erhalten: 272 Mal
Kontaktdaten:

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von AlexX!! »

Arvin24 hat geschrieben: 29.06.2026, 12:19 Von mir aus gesehen könnte man bei solchen Temperaturen sogar das Fischen vom Gesetz/ Reglement her verbieten z.b. 5 Tage mehr als 32C Tagestemperatur, Salmoniden Gewässer zu.
Von mir aus gesehen müsste man viel mehr Rücksicht nehmen…..
am meisten Rücksicht nehmen wir wenn wir das Angeln komplett einstellen. :mrgreen:

Ja ich bin ja schon dabei vernünftig zu angeln, aber wir schaden mit unserem Tun den Fischen, egal ob Sommer Winter oder Herbst.. immer

und so pauschale Regeln machen überhaupt keinen Sinn, da sind die Gewässer viel zu unterschiedlich. Am einen Bach geht es
den Forellen dank guter Durchlüftung selbst mit +22° noch blendend.. wohingegen an einem anderen zb langsam fließenden Gewässer
es schon bei 21° zu Sauerstoff Engpässen kommen kann. da lohnt es schon genauer hin zu schauen.

wir haben hier in meiner Gegend 3 Bäche.. bei gleichen Aussen Temperaturen, hat der eine in der Spitze 17, der andere 21, der letze 23
die kann man nicht gleich behandeln.

Grüße
"Besatz mit fangreifen Forellen ist wie eine Droge.
Es macht die Angler doof, und süchtig ... sie wollen immer mehr" (by Steini/GW-Forum.de)
Benutzeravatar
Arvin24
Beiträge: 270
Registriert: 12.03.2019, 09:33
Wohnort: Aargau-CH
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 42 Mal

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Arvin24 »

Guten Tag Alex


Da gebe ich dir sicher recht das ist von Gewässer zu Gewässer anders, pauschal ist aber bei Bachforellen 20 C Wassertemperaturen als kritisch zu betrachten, Regenbögler mag da mehr vertragen …..
Man muss auch unterscheiden schützt man Bäche mit natürlichen laichgeschäft oder besetze Bäche…..

Bei 5 Tagen mehr wie 32 C kann man das als schonmaßnahme umsetzen die Fische hätten dann vorsorglich Ruhe.

Wenn es dann Richtung 40 C geht sind unverletzte Tiere besser Tran.

Meine Überlegung bezieht sich darauf das wir in Zukunft laut Medien mit durschnitlich steigenden Temperaturen zu rechnen haben mit spitzen werten von 40 C ++, deswegen habe ich mir die 32 C x 5 hitzetage überlegt :?:
(Übrigens ähnlich reagiert da auch Irland)


Gruss
Benutzeravatar
trutta1
Beiträge: 714
Registriert: 14.11.2009, 21:37
Wohnort: Datteln - Flaeming
Hat sich bedankt: 419 Mal
Danksagung erhalten: 338 Mal

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von trutta1 »

Wir müssen natürlich etwas aufpassen, dass nicht auch noch für solch sinnvolle Einschränkungen Gesetze von Leuten erhoben werden, die nur bedingt damit zu tun haben, bzw. es auch nicht richtig einschätzen können.
Sinnlose Normen, Regeln und Gesetze haben wir schon genügend!
Das sollten und können wir selbst regeln!
Ich bin da bei Alex, denn auch ich kenne sommerkühle Niederungsbäche, die aus kalten Quellen gespeist werden. Da werden auch jetzt keine Wassertemperaturen über 18 Grad erreicht.
Seeabflüsse im Tiefland haben auf den ersten Kilometern schon im normalen Sommer zu hohe Wassertemperaturen, die sich erst durch Beschattung und Zulauf von Quellbächen abkühlen und dann auch für Salmoniden geeignete Temperaturen aufweisen.
Hier leben meiner Meinung nach die temperaturresistentesten Salmoniden (Bachforellen/Äschen), die nachweislich mit Wassertemperaturen bis 22Grad keine Probleme haben.
Bei Abflüssen aus Talsperren ist es wiederum umgekehrt. Hier fließt nicht das warme Oberflächenwasser ab, sondern das kalte Tiefenwasser und sorgt somit auch im Sommer für ideale Wassertemperaturen.
Langsam fließende Wiesenbäche, die keine ausreichende Kaltwasserzufuhr aus Quellen erhalten und auch die Beschattung dürftig ist, sind die Bäche, für die solche Beschränkungen sinnvoll sind.
Da wir solch einen Bach betreuen, haben wir uns zu dieser Maßname entschieden.

TL, Frank
Der Äschenflüsterer ( Leider hören nur noch wenige zu!)
Michl
Beiträge: 527
Registriert: 14.10.2007, 11:43
Wohnort: Binswangen
Hat sich bedankt: 95 Mal
Danksagung erhalten: 182 Mal

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Michl »

Moin,
da brauchen wir keine Gesetze und staatlichen Regeln, davon haben wir mehr als genug......
Eigentlich sollte jeder der fischt wissen wann er aufhören muss.
Leider ist das wohl nicht so, aber dafür gibt es dann die Leute die für die Strecken verantwortlich sind, und die entscheiden bei welcher Temperatur eingestellt wird, die kennen das Gewässer und die Verhältnisse.
Ich seh das so wie Alex, das muss vonn Fall zu Fall unterschiedlich bewertet werden.
Meine Meinung ist, das ab 19 ° Wassertemperatur die Sauerstoffsättigung nicht mehr ausreichend für das sichere überstehen eines Drills ist, und daher stellen wir ab da ein.
Bei 20 ° sind es im besten Fall noch 9 mg/l und das kann bei einem Drill schon dafür sorgen das der Fisch nicht überlebensfähig ist.
Wenn das entsprechend von d3n Gewässerverantwortlchen geregelt ist, reicht das vollkommen aus.

So wird es übrigens in Skandinavien meist auch geregelt, ein weiterer Punkt bei dem wir von den Nordländern lernen könnnen.......

Insgesamt sehe ich das schon so, das wir in Zukunft weniger Gewässer haben werden die für Salmoniden geeignet sind.
Das ist eine Tatsache.
Es sei denn der Golfstrom kippt......

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
Benutzeravatar
AlexX!!
Beiträge: 879
Registriert: 24.08.2010, 14:46
Wohnort: Z28.310
Hat sich bedankt: 374 Mal
Danksagung erhalten: 272 Mal
Kontaktdaten:

Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von AlexX!! »

Michl hat geschrieben: 01.07.2026, 07:54
Es sei denn der Golfstrom kippt......

Gruß Michl
Dann haben wir potentiell wieder viel mehr :D aber eine Reihe andere Probleme :cry:

lg
"Besatz mit fangreifen Forellen ist wie eine Droge.
Es macht die Angler doof, und süchtig ... sie wollen immer mehr" (by Steini/GW-Forum.de)
Antworten