AFTMA-Klassen überholt und unrealistisch

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Fyggi

AFTMA-Klassen überholt und unrealistisch

Ungelesener Beitrag von Fyggi »

Hai FliFis,

zwischen den Feiertagen zwischen Gans und Böllern mal ein paar Gedanken zu „Bewährtem“ oder auch nicht….!?

Nach eigenen Versuchen und dem Verfolgen div. Berichte über das Zusammenspiel von Fliegenrute und Fliegenschnur komme ich zu dem Schluss, dass die Einteilung des „Wurfgewichtes“ einer Fliegenschnur in AFTMA-Klassen ein Relikt aus alten Zeiten ist und heut zutage keinerlei Bewandtnis mehr hat.
Ich favorisiere ganz klar die Einführung von Gewichtsangaben in Gramm bei Fliegenschnüren.

Aus den Diskussionen über Schnüre für Zweihandruten geht merkwürdigerweise hervor, dass in diesem Fall fast nur noch in Gramm gesprochen wird. Dieses spricht doch genau dafür, dass eine gute Abstimmung der Fliegenrute sich durch Gewichtsangaben in Gramm viel genauer durchführen lässt.

Auch geht die Tendenz bei einigen Herstellern nun auch schon in diese Richtung (Vision ACE oder Guideline Schussköpfe).

Weiterhin lässt sich erkennen, dass einer z.B. 7er Rute mit 7er Schnüren von „geht super“ bis “kannste völlig vergessen“. Den gleichen Werfer vorausgesetzt, liegt ihm die eine Schnur mehr als die andere. Weiterhin davon ausgehend, das es sich um ein annähernd gleiches Taper handelt, kommt dem Gewicht entscheidende Bedeutung zu.

Vergleicht man die leicht unterschiedlichen Gewichtsangaben zu den AFTMA-Klassifizierungen in der Literatur (Grimm, Hasenkrug, Karwath), so liegt das Gewicht einer 7er Schnur bei 12,0 – 12,5 Gramm.

Jeder, der sich schon einmal mit dieser Materie auseinander gesetzt hat wird festgestellt haben, dass das tatsächliche Gewicht einer 7er Schnur (je nach Rute und Wurfstil) bei ungefähr 16,0 – 17,5 Gramm liegt. Also weit entfernt von den Angaben lt. AFTMA, praktisch nicht vernünftig zu werfen.

Auch der immer wieder gern gegebene Rat (macht schon Sinn), einen Schusskopf 1-2 Klassen höher zu nehmen, spricht für die realitätsfernen Angaben der AFTMA. Dann würde ein Schusskopf nämlich ca. 15,6 Gramm wiegen. Und damit lässt sich schon mehr anfangen! Dieser praktische Rat bedeutet die bewusste Umgehung der AFTMA-Klassifizierung, und warum….?!

Also: weg mit den AFTMA-Klassen, freie Wahl der Schnüre nach realem Wurfgewicht!!!

Heikles Thema…., was meint ihr dazu???
:confused:

fragt Marc
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Rolf Renell
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Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Seh ich genauso,disskusionen in England sind schon seit geraumer Zeit ,Staaten weiss ich nicht genau,erkannt ist das Ganze ,ob die Durchführung kommt ,schwierig ,wird wohl dauern ,bis dahin -selbst ist der Mann,Test rute und Schnur ,s. auch Postings im Board zu aftma Klassifizierung und Rutenklassen:

http://www.superbob.org/CC.htm

CC-Methode n. Bill Hanemann



Beste Grüsse ,Rolf
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Fyggi

Ungelesener Beitrag von Fyggi »

Hai Rolf,

interessante Seite. Kannst du mir erklären, was ERN (Effectiv Rod Number) bedeutet ?


Ich habe dieses Thema auch nur gepostet, weil ich den Eindruck habe, dass sich einige geradezu an diese AFTMA-Klassifizierung klammern und ich mir überhaupt nicht erklären kann, warum :confused:

Interessant hier auch die Bemerkung eines Forenmitgliedes (den ich ansonsten durch eher gute Beiträge zum Thema "Werfen im allgemeinen und besonderen " schätze) , der von der Fa. SC.......... als Firma spricht, "die absichtlich gegen die AFTMA-Norm verstößt.
Das die Schnüre der Firma, die ich gemessen habe, tatsächlich "auffällig schwer" waren, ich will es mal vorsichtig umschreiben, kann ich allerdings bestätigen.

Aber wenn die Diskussion auch schon in anderen Ländern läuft, können wir uns ja eigentlich nur anschließen und hoffen, dass der Verbraucher eine Änderung herbeiführen kann, die ihm aus meiner Sicht schon praktisch nutzt.

Vielleicht ist es aber auch gar nicht gewollt, da speziell die AFTMA-Norm das Fliegenfischen von den gesamten, anderen Angelarten abgrenzt.......................:p


Marc
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Rolf Renell
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Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Hallo Marc ,

ich persönlich nehme das Aftma System nicht mehr völlig ernst ,es hat und gibt versch. Ansätze und Methoden eine passende,effektive Schnurklasse(Schnurgewicht) für eine bestimmte Rute zu finden,ebenso die mittlere Steifigkeit und Aktion einer rute im Hinblick dieser 3 Parameter besser festzulegen ,dazu gehört unter anderem das CC-System von Bill Hanneman.
Wenn du Interesse daran hast solltest du dich um eine bestimmte ausgabe von dem Magazin Rodmaker bemühen:

Volume 6 #2
Mar/April '03
the hanneman common cents system; vertical cork lathe; interview with kerry burkheimer; smallmouth bass weave; full color photo gallery; rod building news; Q & A column; new products; more!

zu finden auf:

http://rodmakermagazine.com/cgi-bin/sho ... ssues.html

oder anfragen bei:

info@williamsflyfishing.com in NL

Wenn Thorsten dies liest wird er sich bestimmt auch noch hierzu äussern ,


beste Grüsse ,Rolf
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Dorus

Ungelesener Beitrag von Dorus »

Ich glaube ihr verwirrt etwas.
Die Angaben der Klassen sind doch klar definiert.
Gewicht der Schnur, (gemessen in einem bestimmten Bereich!).
Rute wirft Schnur einer bestimmten Form einer Klasse von...
Wenn die Hersteller sich nicht an diese Definition halten, kann doch nicht die Klasseneinteilung etwas dafür.
Zum CC-System: Wenn das System so kompliziert ist, dass ich erst einmal ein Buch kaufen muß, dass ich auch noch verstehen soll, dann mag es ja toll sein, wenn es auf der Rute mit drauf steht (ovales Schild, CC-#?); ich hätte dann aber gerne immer noch die AFTMA-Klasse mit dabei.
Natürlich kann man verschiedene Klassen mit einer Rute werfen, den Gewichtsunterschied gleicht man durch unterschiedliche Länge aus.
Es gibt unterschiedliche Qualitätsstufen bei den Ruten und bei den Schnüren, aber das teuerste Motoröl muß auch nicht immer das Beste für Euren Wagen sein.
Eine Allround-Rute mit einer Allround-Schnur (AFTMA) ist vielleicht nicht mit Spezialgerät vergleichbar?
So wie es heutzutage kein Öl für Neuwagen mehr im Supermarkt zu kaufen gibt, wird es in Zukunft vielleicht auch nur noch spezifizierte Schnüre für die Ruten geben, wegen der Garantie?
Aber eventuell ist die Falschangabe der Klassen nur der erste Schritt in eine bessere Zukunft.
Guten Rutsch!
Noellgen, H

Ungelesener Beitrag von Noellgen, H »

Hallo Dorus,
ich sehe das genau so. Wenn das AFTMA system nicht mehr funktionier,
dann nicht, weil es schlecht ist, sondern weil sich die Firmen teilweise
nicht mehr danach richten.
Heutzutage glaubt ja jeder, das Rad neu erfinden zu müssen.
Alles wird verkompliziert, der Beifall der Laien ist gewiss.
Tight lines,
Heiner
Fyggi

Ungelesener Beitrag von Fyggi »

Hallo Dorus, hallo Hainer,

es geht hier nicht um die Abweichungen der Hersteller !!!!! Es geht darum, die ganze Sache : Abstimmung Schnur zur Rute zu vereinfachen (immer vorausgesetzt, die Hersteller das macht , was ihm vorgegeben wird!!!)

Die Klassifikation bezieht sich gem. AFTMA auf das Gewicht der ersten 9,15 Meter, gemessen in Gramm. Was soll das denn praktisch bei der Vielzahl der heutigen Schnurtypen aussagen:confused:

Habe ich ein z.B. ein BassTaper, habe ich (bei gleicher AFTMA-Klasse !) ein höheres Gewicht , da das gesamte "Wurfgewicht" der Keule auf ein kurzeres Stück verteilt wurde. Also muss m.E. auch das Gewicht der gemessenen 9,15 Meter höher sein als z.B.

einer Longbelly, wo bekanntermaßen die Keule länger ist, sich also das "Wurfgewicht" auf eine längere Keule verteilt. Messe ich hier wiederrum die ersten 9,15 Meter, müßten diese doch wohl leichter sein als beim BassTaper????

Sollte es so sein, wiederhole ich mich: was hat das für einen Sinn? Macht es nicht viel mehr Sinn, jeweils das reine "Wurfgewicht", also das Gewicht der Keule in Gramm zu benennen, unabhängig von Keulenformen-/-längen?

Ich habe den Eindruck, die Hersteller halten sich sowieso nicht mehr an die AFTMA-Norm, weil es einfach heutzutage bei den modernen Schnüren und Ruten schlichtweg nicht möglich ist. Das dann mit den Schnüren auch bestimmte Wege verfolgt werden, z.B. das Anbieten einer 5er Anfängerschnur, die real das Gewicht einer 6erSchnur besitzt, um ein besseres Aufladen der Rute zu ermöglichen, bietet sich an.

Es sei denn, jeder würde das tatsächliche Gewicht der Schnur kennen:p :p :p Und Heiner, meinst du nicht, das wäre einfacher? Wenn es für dich komplizierter erscheint, liegt es vielleicht nicht unbedingt an mir........

Und nochmals die Frage: womit wirft sich eine 7er Rute besser: mit 12 AFTMA-Gramm oder mit 16-17 "tatsächlichen" Gramm?

Sollte mir jemand praktisch plausibel (Beispiele oder per Wurf) machen können, die AFTMA-12-Gramm sind weiterhin der Maßstab der Dinge, bitte ich um Mitteilung!


Ansonsten guten Rutsch:p


Marc
TorstenHtr

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hallo Fyggi,

Das AFTMA System ist nach wie vor Maß der Dinge, vorher hatte man schwer zu interpretierende Buchstabenkombinationen. Ich persöhnlich hätte evtl. schlicht das Gewicht der ersten 10m in Gramm genommen - leider benutzen die Amerikaner, Briten immer noch nicht das SI System.
Was natürlich nicht schlecht wäre bei WF Schnüren wäre die Angabe vom Gewicht der ganzen Keule.
Das Profil selbst der einzelnen Schnüre findest du oft bei den Datenblättern zur Schnur z.B. auf der Homepage das Herstellers oder direkt in der Beschreibung zur Schnur.
An der AFTMA Norm gibts nicht viel zu rütteln, und ich finde sie vollkommen ausreichend.

Leider gibts Firmen (für mich unseriös) die von dieser Norm abweichen, in einem anderen Forum hat mir einer mal geschrieben das eine Sinkschnur von einem nicht näher zu benennendem britischen Hersteller gar +3 Schnurklassen (!!) beim nachmessen hatte.


Wichtig ist zu wissen das diese Norm ausschliesslich für Schnüre definiert wurde, für Fliegenruten existiert keine solche Norm .
D.h. was auf den Ruten steht ist die Empfehlung des Herstellers mit welcher Schnur diese Rute gut zusammen funktionieren könnte.
Je nach dem was für Testwerfer die entsprechende Firma eingestellt hat, kommen mehr oder minder verlässliche Aussagen dabei raus.

In diese Lücke "zielen" die einzelnen Messverfahren wie z.B. von Al Kyte, die 15 Grad Methode oder seit kurzem die CCS (Common Cents System).

Gerade die letzte Methode ist bei den amerikanischen "custom-" Rutenbauern sehr beliebt, weil sie sicher die einfachste und primitivste Methode ist eine Rute zu vermessen. Man benutzt ganz einfach gewöhnliche Cent- Stücke, die ja mit einer sehr niedrigen Tolleranz des Gewichtes geprägt werden.
Ich denke das bekommt auch noch jemand mit 2 linken Händen (wie ich z.B. :) ) hin.


Wie das funktioniert werde ich sicher demnächst auf der Homepage unseres Angelvereines beschreiben, aber bitte Gedult ich habe momentan zu viele andere Sachen zu tun ..

Guten Rutsch..
Torsten
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