drehteufel hat geschrieben: 12.06.2026, 12:15
MaxS hat geschrieben: 12.06.2026, 10:07
Vielen Dank für diesen schön zu lesenden und sachkundigen Thread, liebe Kollegen, in dem ich viele eigene Beobachtungen aus der Fischerei in Niederungsbächen wiederfinden konnte.
Mich verschlägt es am ersten Juli-Wochenende nach längerer Zeit mal wieder an die Gewässer vom Heger und vom Sepp. Ich bin gespannt, ob sich seit meinem letzten Besuch vor vier Jahren etwas an Bestand und Besatz geändert hat.
Tight Lines
Max
Hallo Max,
na da wünsche ich doch schonmal viel Spaß und Erfolg.
Der mehrmalige Besuch und das Verweilen auf der Holzbrücke beim Sepp gehört für mich zum Pflichtprogramm, wenn ich in Siegsdorf bin. Fast immer sind dort auch Angler zu sehen, seltener jedoch einer im Drill. Mit einem der Fischer habe ich geredet, er war ganz zufrieden mit den Fängen.
Ich war vor ca. 4 Jahren auch mal im Forellenhof "abgestiegen", allerdings haben mir das Zimmer und auch das Frühstück damals nicht sonderlich zugesagt. Die Flussstrecke fand ich aber gut, vor allem im Staubereich oberhalb vom Höpflinger Wehr gab es eine tolle Trockenfliegenfischerei.
Dort habe ich jedoch deutlich mehr Regenbogner gefangen als beim Heger.
Berichte doch bitte mal, wenn Du dort warst, ich bin gespannt.
Gruß,
Marco
Hallo,
kurz zur Traun, wo die Wassertemperatur in Ordnung war - im Vergleich zu den Niederungsbächen im Nordosten:
Ich habe an den Heger-Strecken Traditionell und Zauberwald sowie an der Hausstrecke vom Sepp gefischt. An allen Strecken ist der Wasserstand im Vergleich zu vor vier Jahren deutlich runtergegangen. Kollegen bestätigten mir, dass das seit zwei Jahren nicht nur ein temporärer, sondern wohl dauerhafter Zustand ist, wodurch einige bekannte Einstände an allen Strecken keine Fische mehr halten.
Die Zauberwald-Strecke vom Heger ist deutlich kürzer als die ehemalige mittlere Strecke vom Sepp. Der Abschnitt vom Streckenbeginn an der Fußgängerbrücke in Bibelöd bis zum Turbineneinlauf hält keine Fische mehr und ist faktisch nicht fischbar. Der Kanal ist jetzt nur noch ab dem Kraftwerk zu befischen und hält kleinere, schön abgewachsene Bachforellen. Ab dem Pool gegenüber vom Turbineneinlauf kann man die lange Rinne an den Eisenbahnschienen gut fischen. Ebenso den Pool am Ende der Strecke, das ist von der Gesamtlänge aber recht wenig Wasser und ich würde nicht noch mal über 100 € dafür ausgeben. Heger bewirbt es als exklusives Fischen an einer Privatstrecke, das Versprechen hält meiner Meinung nach aber nicht. Der Bestand ist im Vergleich zur vorherigen Bewirtschaftung deutlich zurückgegangen. Das wäre aus meiner Sicht absolut in Ordnung, wenn man versuchen würde, hier wieder mehr auf einen selbst reproduzierenden Bestand zu setzen. Dagegen sprechen aber, die häufig anzutreffenden Regenbogenforellen in Küchengröße mit teilweise verstümmelten Brustflossen, die frisch aus dem Rundstrombecken zu stammen scheinen. Welche Taktik man hier verfolgt scheint unklar.
An der Traditionell-Strecke hat sich am großen Stein ein kapitaler Huchen eingestellt, der spektakulär zu beobachten ist, aber selbstverständlich nicht angefischt werden darf. Ansonsten hat der Bestand meiner Beobachtung nach deutlich abgenommen - ebenso wie die Größe der Fische. Man fängt viele kleine Regenbogen, wenige Bachforellen. Vor einigen Jahren war meiner Beobachtung nach der Bachforellenbestand sogar besser. Kollegen am Wasser bestätigten die Beobachtung. Eventuell sind viele große Fische wegen des Niedrigwassers auch nach unten abgewandert.
Beim Sepp ist alles beim Alten;) wegen des Wasserstandes, haben sich die Standplätze etwas geändert und man muss ein wenig suchen. Da die mittlere Strecke weg ist, scheint der Befischungsdruck auf die Hausstrecke etwas zugenommen zu haben. Ansonsten war’s wie immer sehr nett und herzlich beim Sepp und der Anni und ich hatte eine hervorragende Trockenfischerei.
Tight Lines
Max