Kapitale Bachforellen

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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drehteufel
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von drehteufel »

MaxS hat geschrieben: 12.06.2026, 10:07 Vielen Dank für diesen schön zu lesenden und sachkundigen Thread, liebe Kollegen, in dem ich viele eigene Beobachtungen aus der Fischerei in Niederungsbächen wiederfinden konnte.

Mich verschlägt es am ersten Juli-Wochenende nach längerer Zeit mal wieder an die Gewässer vom Heger und vom Sepp. Ich bin gespannt, ob sich seit meinem letzten Besuch vor vier Jahren etwas an Bestand und Besatz geändert hat.

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Max
Hallo Max,

na da wünsche ich doch schonmal viel Spaß und Erfolg.
Der mehrmalige Besuch und das Verweilen auf der Holzbrücke beim Sepp gehört für mich zum Pflichtprogramm, wenn ich in Siegsdorf bin. Fast immer sind dort auch Angler zu sehen, seltener jedoch einer im Drill. Mit einem der Fischer habe ich geredet, er war ganz zufrieden mit den Fängen.
Ich war vor ca. 4 Jahren auch mal im Forellenhof "abgestiegen", allerdings haben mir das Zimmer und auch das Frühstück damals nicht sonderlich zugesagt. Die Flussstrecke fand ich aber gut, vor allem im Staubereich oberhalb vom Höpflinger Wehr gab es eine tolle Trockenfliegenfischerei.
Dort habe ich jedoch deutlich mehr Regenbogner gefangen als beim Heger.

Berichte doch bitte mal, wenn Du dort warst, ich bin gespannt.

Gruß,
Marco
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trutta1
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von trutta1 »

Noch ein wichtiger Nachtrag zur aktuellen Situation.
Seit gut einer Woche liegen die Tagestemperaturen über 30 Grad und da ist es nicht nur grenzwertig, sondern meiner Meinung nach völlig unangebracht den Salmoniden nachzustellen!
Was in den kalten Gebirgsbächen vielleicht noch akzeptabel erscheint ist an Niederungsbächen untragbar! Auch wenn es der Wasserstand scheinbar hergibt, sorgen die Nächte mit den tropischen Temperaturen für keine ausreichende Abkühlung.Trotz Beschattung heizen sich Bäche vor allem in Staubereichen extrem auf.
Wir als Verein haben deshalb entschieden, das Fischen einzustellen.
Für mich auch ein wichtiger Faktor die Salmonidenbestände zu schützen!
Wie seht ihr das und wie sehen das eure Vereinsmitglieder?

TL, Frank
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MahiMahi
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von MahiMahi »

Hallo Frank,

stehe ich voll hinter dir. Wir verzichten schon seit knapp drei Wochen zum fischen zu gehen und wir leben noch.
Niemand tut der Kreatur einen Gefallen wenn wir mit den Fischen nicht schonend umgehen.

LG
Harry
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Arvin24
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Arvin24 »

Guten Tag Frank

Ich Fische schon seit ca 3 Jahren nicht mehr bei diesen Temperaturen auf Salmoniden , bzw. Fische ich nur gelegentlich im Frühjahr wenn es sich ergibt in Gebirgsbächen.

Von mir aus gesehen könnte man bei solchen Temperaturen sogar das Fischen vom Gesetz/ Reglement her verbieten z.b. 5 Tage mehr als 32C Tagestemperatur, Salmoniden Gewässer zu.
Von mir aus gesehen müsste man viel mehr Rücksicht nehmen…..

Gruss André
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AlexX!!
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von AlexX!! »

Arvin24 hat geschrieben: 29.06.2026, 12:19 Von mir aus gesehen könnte man bei solchen Temperaturen sogar das Fischen vom Gesetz/ Reglement her verbieten z.b. 5 Tage mehr als 32C Tagestemperatur, Salmoniden Gewässer zu.
Von mir aus gesehen müsste man viel mehr Rücksicht nehmen…..
am meisten Rücksicht nehmen wir wenn wir das Angeln komplett einstellen. :mrgreen:

Ja ich bin ja schon dabei vernünftig zu angeln, aber wir schaden mit unserem Tun den Fischen, egal ob Sommer Winter oder Herbst.. immer

und so pauschale Regeln machen überhaupt keinen Sinn, da sind die Gewässer viel zu unterschiedlich. Am einen Bach geht es
den Forellen dank guter Durchlüftung selbst mit +22° noch blendend.. wohingegen an einem anderen zb langsam fließenden Gewässer
es schon bei 21° zu Sauerstoff Engpässen kommen kann. da lohnt es schon genauer hin zu schauen.

wir haben hier in meiner Gegend 3 Bäche.. bei gleichen Aussen Temperaturen, hat der eine in der Spitze 17, der andere 21, der letze 23
die kann man nicht gleich behandeln.

Grüße
"Besatz mit fangreifen Forellen ist wie eine Droge.
Es macht die Angler doof, und süchtig ... sie wollen immer mehr" (by Steini/GW-Forum.de)
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Arvin24
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Arvin24 »

Guten Tag Alex


Da gebe ich dir sicher recht das ist von Gewässer zu Gewässer anders, pauschal ist aber bei Bachforellen 20 C Wassertemperaturen als kritisch zu betrachten, Regenbögler mag da mehr vertragen …..
Man muss auch unterscheiden schützt man Bäche mit natürlichen laichgeschäft oder besetze Bäche…..

Bei 5 Tagen mehr wie 32 C kann man das als schonmaßnahme umsetzen die Fische hätten dann vorsorglich Ruhe.

Wenn es dann Richtung 40 C geht sind unverletzte Tiere besser Tran.

Meine Überlegung bezieht sich darauf das wir in Zukunft laut Medien mit durschnitlich steigenden Temperaturen zu rechnen haben mit spitzen werten von 40 C ++, deswegen habe ich mir die 32 C x 5 hitzetage überlegt :?:
(Übrigens ähnlich reagiert da auch Irland)


Gruss
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trutta1
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von trutta1 »

Wir müssen natürlich etwas aufpassen, dass nicht auch noch für solch sinnvolle Einschränkungen Gesetze von Leuten erhoben werden, die nur bedingt damit zu tun haben, bzw. es auch nicht richtig einschätzen können.
Sinnlose Normen, Regeln und Gesetze haben wir schon genügend!
Das sollten und können wir selbst regeln!
Ich bin da bei Alex, denn auch ich kenne sommerkühle Niederungsbäche, die aus kalten Quellen gespeist werden. Da werden auch jetzt keine Wassertemperaturen über 18 Grad erreicht.
Seeabflüsse im Tiefland haben auf den ersten Kilometern schon im normalen Sommer zu hohe Wassertemperaturen, die sich erst durch Beschattung und Zulauf von Quellbächen abkühlen und dann auch für Salmoniden geeignete Temperaturen aufweisen.
Hier leben meiner Meinung nach die temperaturresistentesten Salmoniden (Bachforellen/Äschen), die nachweislich mit Wassertemperaturen bis 22Grad keine Probleme haben.
Bei Abflüssen aus Talsperren ist es wiederum umgekehrt. Hier fließt nicht das warme Oberflächenwasser ab, sondern das kalte Tiefenwasser und sorgt somit auch im Sommer für ideale Wassertemperaturen.
Langsam fließende Wiesenbäche, die keine ausreichende Kaltwasserzufuhr aus Quellen erhalten und auch die Beschattung dürftig ist, sind die Bäche, für die solche Beschränkungen sinnvoll sind.
Da wir solch einen Bach betreuen, haben wir uns zu dieser Maßname entschieden.

TL, Frank
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Michl »

Moin,
da brauchen wir keine Gesetze und staatlichen Regeln, davon haben wir mehr als genug......
Eigentlich sollte jeder der fischt wissen wann er aufhören muss.
Leider ist das wohl nicht so, aber dafür gibt es dann die Leute die für die Strecken verantwortlich sind, und die entscheiden bei welcher Temperatur eingestellt wird, die kennen das Gewässer und die Verhältnisse.
Ich seh das so wie Alex, das muss vonn Fall zu Fall unterschiedlich bewertet werden.
Meine Meinung ist, das ab 19 ° Wassertemperatur die Sauerstoffsättigung nicht mehr ausreichend für das sichere überstehen eines Drills ist, und daher stellen wir ab da ein.
Bei 20 ° sind es im besten Fall noch 9 mg/l und das kann bei einem Drill schon dafür sorgen das der Fisch nicht überlebensfähig ist.
Wenn das entsprechend von d3n Gewässerverantwortlchen geregelt ist, reicht das vollkommen aus.

So wird es übrigens in Skandinavien meist auch geregelt, ein weiterer Punkt bei dem wir von den Nordländern lernen könnnen.......

Insgesamt sehe ich das schon so, das wir in Zukunft weniger Gewässer haben werden die für Salmoniden geeignet sind.
Das ist eine Tatsache.
Es sei denn der Golfstrom kippt......

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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AlexX!!
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von AlexX!! »

Michl hat geschrieben: 01.07.2026, 07:54
Es sei denn der Golfstrom kippt......

Gruß Michl
Dann haben wir potentiell wieder viel mehr :D aber eine Reihe andere Probleme :cry:

lg
"Besatz mit fangreifen Forellen ist wie eine Droge.
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MaxS
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von MaxS »

drehteufel hat geschrieben: 12.06.2026, 12:15
MaxS hat geschrieben: 12.06.2026, 10:07 Vielen Dank für diesen schön zu lesenden und sachkundigen Thread, liebe Kollegen, in dem ich viele eigene Beobachtungen aus der Fischerei in Niederungsbächen wiederfinden konnte.

Mich verschlägt es am ersten Juli-Wochenende nach längerer Zeit mal wieder an die Gewässer vom Heger und vom Sepp. Ich bin gespannt, ob sich seit meinem letzten Besuch vor vier Jahren etwas an Bestand und Besatz geändert hat.

Tight Lines
Max
Hallo Max,

na da wünsche ich doch schonmal viel Spaß und Erfolg.
Der mehrmalige Besuch und das Verweilen auf der Holzbrücke beim Sepp gehört für mich zum Pflichtprogramm, wenn ich in Siegsdorf bin. Fast immer sind dort auch Angler zu sehen, seltener jedoch einer im Drill. Mit einem der Fischer habe ich geredet, er war ganz zufrieden mit den Fängen.
Ich war vor ca. 4 Jahren auch mal im Forellenhof "abgestiegen", allerdings haben mir das Zimmer und auch das Frühstück damals nicht sonderlich zugesagt. Die Flussstrecke fand ich aber gut, vor allem im Staubereich oberhalb vom Höpflinger Wehr gab es eine tolle Trockenfliegenfischerei.
Dort habe ich jedoch deutlich mehr Regenbogner gefangen als beim Heger.

Berichte doch bitte mal, wenn Du dort warst, ich bin gespannt.

Gruß,
Marco
Hallo,
kurz zur Traun, wo die Wassertemperatur in Ordnung war - im Vergleich zu den Niederungsbächen im Nordosten:

Ich habe an den Heger-Strecken Traditionell und Zauberwald sowie an der Hausstrecke vom Sepp gefischt. An allen Strecken ist der Wasserstand im Vergleich zu vor vier Jahren deutlich runtergegangen. Kollegen bestätigten mir, dass das seit zwei Jahren nicht nur ein temporärer, sondern wohl dauerhafter Zustand ist, wodurch einige bekannte Einstände an allen Strecken keine Fische mehr halten.

Die Zauberwald-Strecke vom Heger ist deutlich kürzer als die ehemalige mittlere Strecke vom Sepp. Der Abschnitt vom Streckenbeginn an der Fußgängerbrücke in Bibelöd bis zum Turbineneinlauf hält keine Fische mehr und ist faktisch nicht fischbar. Der Kanal ist jetzt nur noch ab dem Kraftwerk zu befischen und hält kleinere, schön abgewachsene Bachforellen. Ab dem Pool gegenüber vom Turbineneinlauf kann man die lange Rinne an den Eisenbahnschienen gut fischen. Ebenso den Pool am Ende der Strecke, das ist von der Gesamtlänge aber recht wenig Wasser und ich würde nicht noch mal über 100 € dafür ausgeben. Heger bewirbt es als exklusives Fischen an einer Privatstrecke, das Versprechen hält meiner Meinung nach aber nicht. Der Bestand ist im Vergleich zur vorherigen Bewirtschaftung deutlich zurückgegangen. Das wäre aus meiner Sicht absolut in Ordnung, wenn man versuchen würde, hier wieder mehr auf einen selbst reproduzierenden Bestand zu setzen. Dagegen sprechen aber, die häufig anzutreffenden Regenbogenforellen in Küchengröße mit teilweise verstümmelten Brustflossen, die frisch aus dem Rundstrombecken zu stammen scheinen. Welche Taktik man hier verfolgt scheint unklar.

An der Traditionell-Strecke hat sich am großen Stein ein kapitaler Huchen eingestellt, der spektakulär zu beobachten ist, aber selbstverständlich nicht angefischt werden darf. Ansonsten hat der Bestand meiner Beobachtung nach deutlich abgenommen - ebenso wie die Größe der Fische. Man fängt viele kleine Regenbogen, wenige Bachforellen. Vor einigen Jahren war meiner Beobachtung nach der Bachforellenbestand sogar besser. Kollegen am Wasser bestätigten die Beobachtung. Eventuell sind viele große Fische wegen des Niedrigwassers auch nach unten abgewandert.

Beim Sepp ist alles beim Alten;) wegen des Wasserstandes, haben sich die Standplätze etwas geändert und man muss ein wenig suchen. Da die mittlere Strecke weg ist, scheint der Befischungsdruck auf die Hausstrecke etwas zugenommen zu haben. Ansonsten war’s wie immer sehr nett und herzlich beim Sepp und der Anni und ich hatte eine hervorragende Trockenfischerei.

Tight Lines
Max
ullsok63
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von ullsok63 »

Ist zwar keine Bachforelle aber trotzdem ein imposanter Fang auf Nymphe und eine tolle Story:
https://www.facebook.com/share/p/1H3j4b ... tid=wwXIfr
Hydra
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von Hydra »

Michl hat geschrieben: 01.07.2026, 07:54 Moin,
da brauchen wir keine Gesetze und staatlichen Regeln, davon haben wir mehr als genug......
Eigentlich sollte jeder der fischt wissen wann er aufhören muss.
Leider ist das wohl nicht so, aber dafür gibt es dann die Leute die für die Strecken verantwortlich sind, und die entscheiden bei welcher Temperatur eingestellt wird, die kennen das Gewässer und die Verhältnisse.
Ich seh das so wie Alex, das muss vonn Fall zu Fall unterschiedlich bewertet werden.
Meine Meinung ist, das ab 19 ° Wassertemperatur die Sauerstoffsättigung nicht mehr ausreichend für das sichere überstehen eines Drills ist, und daher stellen wir ab da ein.
Bei 20 ° sind es im besten Fall noch 9 mg/l und das kann bei einem Drill schon dafür sorgen das der Fisch nicht überlebensfähig ist.
Wenn das entsprechend von d3n Gewässerverantwortlchen geregelt ist, reicht das vollkommen aus.

So wird es übrigens in Skandinavien meist auch geregelt, ein weiterer Punkt bei dem wir von den Nordländern lernen könnnen.......

Insgesamt sehe ich das schon so, das wir in Zukunft weniger Gewässer haben werden die für Salmoniden geeignet sind.
Das ist eine Tatsache.
Es sei denn der Golfstrom kippt......

Gruß Michl
Hallo Michl,

der Golfstrom kippt gerade jetzt und die Klimaerwärmung, die wir in Mitteleuropa erleben ist die direkte Folge davon. Der Golfstrom bringt uns Atlantikwetter mit viel Nässe und auch relativer Wärme aber keiner großen Hitze. Da der Golfstrom nachlässt, haben wir öfter Ostwind und der bringt die Trockenheit und Hitze, im Winter aber auch Frost. Das nennt sich Kontinentalklima, wie auf der gleichen geograpischen Breite in Kanada oder Sibirien. Wir liegen auf der gleichen Breite wie Winnipeg, New York etwa auf Höhe von Madrid. Ohne den Golfstrom hätten wir ein ähnliches Klima, mit etwas mehr Niederschlag, denn westlich von Deutschland liegt keine hohe Bergkette zum Atlantik.
Dort breitet sich gerade im Moment die Bachforelle aus und verdrängt die lokalen Regenbogenvarianten (Cutthroat, Golden-, Redband usw.) Die Bachforelle ist toleranter für Hitze und des damit einhergehenden Sauerstoffmangels als wir meist vermuten. Ich habe gute Bachforellenbestände in Spanien (um Valencia herum), die locker 25°C Wassertemperatur gut überstehen und dabei aktiv sind und sich fortpflanzen. Das gleiche gilt für den gesamten Balkan, wo es wie in den USA im Sommer sehr heiß werden kann.
Ich denke ebenfalls, dass ein generelles Verbot ab einer bestimmten Lufttemperatur keinen Sinn ergibt. Nimmt man die Wassertemperatur passt das schon eher, wobei ich denke, dass die Forellenbestände an ihr jeweiliges Habitat angepasst sind. Das gilt auch für die Sauerstoff/Temperatur Bedingungen. Erneut ein Punkt, der für natürliche (und somit angepasste) Bestände statt Besatz spricht. Demzufolge muss die Entscheidung, ob ein Gewässer wegen hohen Temperaturen für die Fischerei gesperrt wird, bei denjenigen liegen, die das Gewässer am besten kennen. Das sollten die Gewässerwarte der Fischereirechtsinhaber Absprache mit den zuständigen Behörden sein.

Grüße

Arne
ThymaB
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Re: Kapitale Bachforellen

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo in die Runde,

Arne hat unser Klimawandel-Elend treffend beschrieben. Hochdruckwetter, Ostwind, all der furchtbare, verdammte Mist.
Was zusätzlich ein wenig im Verständnis helfen mag, ist die Betrachtung der Wetter-Gürtel; Zonen parallel zu Breitengraden wie Gürtel um den Erdball. Die verschieben sich im Grundsatz, dem breitengradmäßig wandernden Sonnenstand in den Jahreszeiten --mit natürlich gewisser Verzögerung-- folgend.

Für unser Wetter hier relevant: das gemäßigte Westwindgürtel-Klima und die Winterregen-Klimate. Winterregen-Klima, das ist Mittelmeer; heißt sinnigerweise so, weil's dort primär nur im Winter regnet.
Vor dem Klimawandel hatten wir hier bei uns mit Letzterem eher wenig am Hut, selbst im Sommer saß der Westwindgürtel noch fest im Sattel, auch wenn die Gürtel sich mit nördlich wanderndem Sonnenstand im Frühjahr nach Norden verschieben. Inzwischen beschert uns der Klimawandel eine "Ausdünnung" des Westwindgürtels am Südrand, und die Nord-Verschiebung der Gürtel bringt uns deshalb im Sommer deutlich mehr als früher in den Winterregen-Bereich.
Folge ist das verdammte mittelmeerische Sommerwetter mit seinen verheerenden Folgen.
Ordentlich Regen kommt dann erst wieder im Herbst, wenn der schmaler gewordene Westwindgürtel wieder genügend südlich gewandert ist, mitunter war es in früheren Trockenjahren so richtig erst Ende November/Anfang Dezember.

Aber dann haben manche ewig-gestrigen, geistig weggetretenen Fischereigenossenschaften die Angelei bereits dicht gemacht! Ich habe hier an anderer Stelle darüber schon geklagt (z.B. im Wisserbach-Thread). Hier off-topic, also nicht im Detail zu erörtern. In puncto Elend wirken der Klimawandel und solche FGen zusammen, um die Angelei möglichst weitgehend zu zerstören...

TL,
Tobias
Antworten